Zu Beginn des Abends durften die angehenden Abiturienten sowie die Kursleiter einer theaterpädagogischen Führung durch das Haus beiwohnen. Dabei wurde ihnen in spielerischer Leichtigkeit das Funktionieren eines Theaters erläutert. Als besonders eindrucksvoll erschienen in diesem Zusammenhang der Besuch hinter den Kulissen sowie eine Vorführung der Kostüme und Masken, die im Theater eingesetzt werden. Um zu vermitteln, wie schnell ein Schauspieler in eine andere Person verwandelt werden kann, veränderte die Theaterpädagogin Frau Wagner das Äußere zweier Schüler im Handumdrehen:
Verwandlung 1.
Verwandlung 2.
Um 20 Uhr war es schließlich soweit und der Vorhang fiel. Wie Frau Wagner bereits im Vorfeld erläuterte, ist es auf dem Theater notwendig, die Originale zu kürzen und zu bearbeiten. Dennoch waren die Schüler des O-H-G davon überrascht, wie modern der Regisseur seinen Faust auf der Bühne umgesetzt hatte. Der erste Teil bis zur Verjüngung Faust spielt in einem Krankenhaus; der Doktor ist an eine Maschine angeschlossen und liegt offensichtlich im Sterben. Die Verjüngungszene schließlich gleicht einem Drogentrip. Dadurch weiß der Zuschauer bis zum Schluss nicht, ob sich der alte Faust in einem Morphiumdelirium die Gretchentragödie sowie die Reise auf den Blocksberg, um dort an der Walpurgisnacht teilzunehmen, nur einbildet oder ob alles wirklich geschieht: Eine mehr als nur interessante Lesart des Stücks - wenn auch diese das Original mit Sicherheit nicht hergibt -; den Schülerinnen und Schülern konnte so anschaulich vermittelt werden, was künstlerische Freiheit bedeutet.
Insgesamt war die Fahrt ans Theater Hof mit Sicherheit eine Bereicherung des schulischen Lebens. Ein Stück ist schließlich für die Bühne geschrieben und dort sollte es auch bewundert werden. Trotz kleinerer Schwächen der Inszenierung dürfte den Teilnehmern die Fahrt als unvergesslicher Abend in Erinnerung bleiben.