Mit der Frage im Kopf, wie man einen Briefroman dramatisch umsetzt, fuhren die beiden Leistungskurse Deutsch und auch die künftigen Teilnehmer des Leistungskurses der jetzigen elften Jahrgangsstufe nach Wunsiedel, um dort jedoch in ihren Erwartungen leicht enttäuscht zu werden. Nach einer kurzen Einführung in das Stück durch den Regisseur Manfred H. Greve trat das dreiköpfige Schauspielensemble auf die Bühne, bestehend aus einem teilweise schwer verständlichen Werther, einer modernisierten, sehr burschikosen Lotte und dem lächerlich wirkenden Albert.
Dennoch muss man der Theatergruppe die anschließende Bereitschaft zur Diskussion hoch anrechnen. Dabei eröffneten sie dem Publikum die Absicht, den Sturm-und-Drang-Roman so zu verändern, dass sich auch die Zuschauer von heute mit dem von hoffnungsloser Liebe geplagten Werther identifizieren können. Dieses Vorhaben ist durchaus gelungen.
Somit war es für uns ein unterhaltsamer Abend, nicht zuletzt, weil Albert im Publikum „Werthers Echte“ Bonbons verteilte und damit natürlich die Lacher auf seiner Seite hatte.
Stefanie Marschner, K12
Ein Bild aus der Aufführung.