Zu einer zweitägigen Exkursion fuhren die Leistungskurse Geographie und Wirtschaft am 17. und 18. Juli mit den Kursleitern OStR Statnik und OStR Dittrich in das benachbarte Tschechien.

Der erste Tag führte die Kollegiaten/innen nach Pilsen.
Pilsen ist die viertgrößte Stadt Tschechiens im Südwesten von Böhmen und in der ganzen Welt v.a. bekannt durch das hier gebraute Pilsner Bier und die Škoda -Maschinenwerke.

Zunächst stand die Besichtigung der Maschinenfabrik Skoda auf dem Programm. Das Werk wurde 1859 gegründet und produzierte mit zunächst über 100 Arbeitnehmern Einrichtungen für Zuckerfabriken, Brauereien und Bergwerke, sowie Kessel, Dampfmaschinen, Brücken und diverse Eisenbahneinrichtungen. Škoda spezialisierte sich im Laufe der Zeit immer mehr auf den Rüstungsbereich und wurde so bis zum Jahre 1945 zu einem voll auf die Rüstungsindustrie orientierter Mammut-Konzern. Im Jahre 1925 fusionierte Škoda mit dem Automobilhersteller Laurin & Klement in Mladá Boleslav (heute Automobilhersteller Škoda Auto). Bis zum Jahre 1945 erreichte der Konzern die Höchstzahl von über 40 000 Arbeitnehmern. Nach dem zweiten Weltkrieg wurde Škoda verstaatlicht und einige leichtere Zweige (Autos, Flugzeuge und Ähnliches) abgetrennt. So gehört die PKW-Sparte Škoda Auto seit 1945 nicht mehr zum Konzern. Das Pilsener Hauptwerk orientierte sich danach vorwiegend auf die Schwerindustrie. Nach der Wende 1989 wurde der Konzern umstrukturiert, in eine Aktiengesellschaft umgewandelt und auf privatwirtschaftliches Agieren ausgerichtet. Nach der neusten Umstrukturierung in die ŠKODA HOLDING beschäftigt das ehemalige Großunternehmen heute nur noch 5.500 Arbeitnehmer.

Am Nachmittag ging es, das Thermometer zeigte mittlerweile bereits über 30 ° an, zur „Abkühlung“ in den Betrieb der Brauerei Prazdroj (Pilsner Urquell) (siehe Bilder).
Pilsner Urquell ist ein seit 1842 in Pilsen produziertes Bier. Es gilt als das erste nach Pilsner Brauart hergestellte Bier, das von dem bayerischen (!!) Brauer Josef Groll entwickelt wurde.
Pilsner Urquell ist die insbesondere für das Exportgeschäft bedeutende Hauptmarke der Pilsner Urquell AG. Weitere vor allem im tschechischen Heimatmarkt bekannte Marken der Gruppe sind Gambrinus, Radegast und Kozel. Seit 1999 gehört die Pilsner Urquell AG zum amerikanischen Brauereikonzern SAB Miller.

Am zweiten Tag fuhr man nach Marienbad, um bei einer Stadtführung einiges über die Geschichte der Stadt, den Kurbetrieb und die Tourismusentwicklung, v.a. nach der Wende Anfang der 90er Jahre, zu erfahren.
Marienbad ist heute das zweitgrößte tschechische Heilbad (ca. 14 500 Ew.) Die verhältnismäßig junge Kurstadt entstand zwischen den Jahren 1817 und 1823. Aus einem ungastlichen, sumpfigen Tal entstand eine malerische Parkstadt, die einen großen Reichtum an Mineralquellen aufweist. An das goldene Zeitalter von Marienbad zwischen den Jahren 1870 und 1914 erinnern uns bis heute zahlreiche historische Bauten aus der Jugendstilepoche sowie Neubauten von Kurhäusern, Hotels, Wandelhallen und auch Kirchen. Seit dem Jahre 1990 bemüht man sich um die Erneuerung des ursprünglichen Charakters der Stadt, seiner Architektur, Parkanlagen und der gesamten Atmosphäre. Zu den bekanntesten Bauwerken in Marienbad zählt die gusseiserne Kolonnade mit der „Singenden Fontäne“ (siehe Abb.).

Gusseiserne Kolonnade in Marienbad mit der singenden Fontäne.

Zum Abschluss der zweitägigen Exkursion besuchten die Kollegiaten/innen die nördlich von Franzensbad gelegene, ehemals wirtschaftlich genutzte Torf- und Moorlandschaft von Soos, die seit 1964 zum Naturschutzgebiet erklärt wurde (siehe Bild).
Verstärkte CO 2 –Entgasungen, die mit dem jungen Vulkanismus in diesem Gebiet zusammenhängen und aus dem kalt werdenden Magma des Erdinneren frei gesetzt werden, strömen mit Wasser und Druck nach oben, und treten als Mineralquelle an der Erdoberfläche zu Tage (siehe Bild).
Dort wo das aufsteigende CO 2/Wassergemisch auf eine Tonschicht trifft, bilden sich kraterartige, schlammige Vertiefungen. Diese sog. Mofetten, manchmal auch „Schlammvulkane“ genannt, blubbern wie eine kochende, dicke Suppe vor sich hin.

OStR Statnik

 

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