Sonntagmittag startete die Exkursion des Leistungskurses Geographie unter Leitung von Herrn Vogel und des Grundkurses Geographie unter Leitung von Frau Groß in das schöne Maintal Würzburgs.
Nach fast vierstündiger Anreise ist die Gruppe der Geographie-Experten an ihrem Ziel angelangt. Nach der Einquartierung in die Zimmer ging es in einem problemlosen Anstieg zur Festung auf den Marienberg hinauf. Dort wurde den tapferen Bergbezwingern ein herrlicher Anblick über die Stadt und das Maintal geboten. Daraufhin wurden die Kollegiaten und Kollegiatinnen auf eine kleine historische Zeitreise in die Vergangenheit entführt. Viele Jahrhunderte galt die Festung auf dem Marienberg als uneinnehmbar, bis sie im Dreißigjährigen Krieg schließlich von den Schweden am 18. Oktober 1631 eingenommen und daraufhin ausgebaut wurde. Weitere Aspekte prägten Würzburg zu der Stadt, die sie heute ist. In den 1630er Jahren war Würzburg das Kerngebiet für Hexenverbrennungen, welche in der Stadt große Ausmaße angenommen haben. Von 1719 bis 1779 wurde die Würzburger Residenz erbaut. Im Jahre 1830 fielen die Stadt und der Hochstift Würzburg durch den Reichsdeputationshauptschluss an das Kurfürstentum Bayern.
Wie es sich für Schüler eines bayerischen Gymnasiums gehört, darf eine Inspektion eines örtlichen Biergartens nicht ausbleiben, um so den Abend gemütlich ausklingen zu lassen.
Der nächste Tag sollte den Schülern die Stadt Würzburg im Rahmen einer Führung näher bringen. Dabei wurde die Stadtstruktur auf geographischer Basis analysiert. In der Fußgängerzone des Innenstadtbereichs wurde selbstständig durch die Schüler eine Umfrage durchgeführt. Hierbei wurde das Thema „Kaufverhalten in den letzten zehn Jahren“ bearbeitet und Meinungen verschiedener Ladenbesitzer in Bezug auf ein geplantes Einkaufszentrum im Ringpark eingeholt.
Anschließend wurden die Ergebnisse in kurzen Referaten zusammengetragen und über die Zukunft der deutschen Innenstädte in Bezug auf Großhandelsketten diskutiert. Nun wurden die Schüler aus dem Tagesprogramm entlassen, um ihren Nachmittag frei und eigenständig zu gestalten. Am Abend fand man sich zusammen, um die Weinberge bei steilem Anstieg zu erkunden und anschließend Muschelkalkstein zu analysieren.
Der Panoramablick auf die umliegenden Weinberge Würzburgs weckte in der Exkursionsgruppe Appetit auf eine Weinverköstigung und so ging es auf ein naheliegendes Weinfest, welches ein reichhaltiges Angebot der verschiedensten regionalen Weinsorten zu bieten hatte. Am dritten und letzten Tag der Exkursion wurde die Straßenbahn benutzt, um den berüchtigten Heuchelhof, einen abgelegenen Stadtteil, zu besichtigen, welcher starke soziale Disparitäten zur restlichen Stadt aufweist. Der Stadtteil ist geprägt von mittlerweile grau und trist wirkenden Plattenbauten, welche in den 60er Jahren als massiver Fortschritt der Stadtplanung galten. Es sollten preisgünstige Unterkünfte für sämtliche Schichten der damaligen Bevölkerung zur Verfügung gestellt werden, welche nun zur Behausung von häufig mittellosen Menschen verkommen sind.
Zurück in der Straßenbahn ging es weiter zur Würzburger Stadtresidenz, welche die Festung auf dem Marienberg im 18. Jahrhundert ablösen sollte.
Im Rahmen einer Führung wurde eine Ahnung davon vermittelt, mit welchen Mühen das prachtvolle Bauwerk nach den Bombardements während des 2. Weltkriegs durch die Alliierten wieder aufgebaut worden ist.
Auf die sogenannte „Stunde Null ", die Zeit direkt nach der Zerstörung Würzburgs, wurde in der anschaulichen Landesausstellung näher eingegangen. Dabei erfuhren die Schüler, dass die Mainstadt als Mahnmal für die Folgegenerationen dienen und ein neues Würzburg an einer anderen Stelle entstehen sollte. Der Gedanke wurde aber aufgrund von Standortgunstfaktoren verworfen und so wurde die Stadt wieder aufgebaut, wodurch starke Kontraste im Bereich des Bauens in der Innenstadt hervorgerufen worden sind.
Nach Verlassen des Gebäudes und der darauffolgenden Mittagspause führte die Exkursion in einen kleinen Vorort Würzburgs und dort zu einer Militärbasis, von wo die Exkursionsgruppe einen anschaulichen Blick auf Würzburg zum näheren Analysieren nutzte. Hier wurden weitere Aspekte über das Maintal und den Rhein-Main-Donau-Kanal erklärt. Außerdem wurde eine Nutzungskartierung über das Hafengebiet und die angeschlossenen Industriegebiete angefertigt.
Letztendlich doch erschöpft feierte man das Ende der Exkursion bei einem gemeinsamen Beisammensein in einem von Herrn Vogel empfohlenen Biergarten.
Am Morgen der Abfahrt wurden die Kollegiaten noch in die Geheimnisse des wissenschaftlichen Arbeitens eingeführt, bevor die Exkursionsgruppe die Rückfahrt nach Marktredwitz antrat.