Am Freitagabend, den 29.09.2006, starteten 36 Kollegiatinnen und 28 Kollegiaten im Doppelstockbus begleitet von 4 Lehrkräften des OHG (StRin Dolling, StRin z.A. Krug, OStR Buchka und OStR Adametz) in Richtung Italien.
Erstes Ziel am Samstag war die westlich von Florenz gelegene Stadt Pistoia. Bei einem Rundgang durch die Stadt wurden am „Ospedale del Ceppo“ das berühmte Terracottafries, das aus der Werkstatt der Familie della Robbia stammt und die Werke der Barmherzigkeit darstellt, die Kirche Sant’ Andrea und der Dom San Zeno besichtigt. Anschließend fuhr der Bus auf der Panoramastraße über den Monte Albano nach Vinci, dem Geburtsort von Leonardo da Vinci. Hier besuchte die Gruppe das Museo Leonardo, in dem viele nach Zeichnungen Leonardos nachgebaute Modelle erklärt wurden. Am späten Nachmittag fand im Hotel Niccoli in Montecatini Terme die Zimmerverteilung statt und nach dem gemeinsamen Abendessen erkundeten die Schüler den Kurort zu Fuß.
Am Sonntag, den 1.10. stand die Stadt Siena auf dem Programm. Nach der Möglichkeit zu einem Gottesdienstbesuch in der Unterkirche besichtigten wir das Hauptschiff der San Domenico Kirche, in der das Kopf-Reliquiar der heiligen Katharina aufbewahrt wird, und den auf einem Hügel der Stadt thronenden, schwarz-weiß gestreiften Dom. Nach Erläuterungen auf dem muschelförmigen Stadtplatz, dem Campo, der als schönsten Platz Italiens bezeichnet wird, bekamen die Kollegiaten zur Mittagspause frei. Am Nachmittag erreichten wir die Stadt der Geschlechtertürme, San Gimignano. Nach der Besuch des Domes, in dem in zwei gegenüberliegenden Freskenzyklen das Alte und das Neue Testament dargestellt sind, gab es traditionell Eis für alle in der angeblich besten Eisdiele der Welt.
Am Montag wurde nochmals das Zentrum der Toscana angesteuert. In Volterra beeindruckte das Etruskermuseums Guarnacci, das „Teatro Romano“, eine Alabasterwerkstätte, der Dom und das Baptisterium. Am Nachmittag fuhr der Bus weiter nach Larderello, wo aus den Tiefen der Erdkruste emporkommender heißer Dampf zum Antrieb von Turbinen und damit zur Erzeugung elektrischer Energie genutzt wird. Nach dem Besuch des Geothermiemuseums war die Vorführung einer Soffione sehr beeindruckend, als nach Öffnen eines riesigen Ventils heißer Dampf unter ohrenbetäubendem Getöse in den Himmel strömte.
Am Tag darauf fand ab La Spezia bei bewegter See ein Bootsausflug entlang der „Cinque Terre“ statt, einem Küstenstreifen, der früher nur per Schiff und über Bergpfade erreichbar war. Leider wurde einigen Schüler während der Rückfahrt durch das Schaukeln des Schiff schlecht, so dass ab einem Zwischenstopp in Portovenere ein Taxi die geplagten Schüler zurück nach La Spezia brachte.
Am Mittwoch standen schließlich Lucca, Pontedera und Pisa auf dem Programm. In Lucca spazierten wir über die breite Festungsmauer zur Kirche San Frediano und zum ehemaligen römischen Amphitheater, auf dessen Grundmauern mit ovalem Grundriss jetzt Häuser einen Platz einschließen. Nur weinige Schüler ließen sich den herrlichen Blick vom Torre Guinigi über die Stadt und das Umland entgehen. Der Rundgang wurde über den Dom San Martino und die mit verschiedensten Säulen geschmückten Fassade der Kirche San Michele in Foro (am Platz des ehem. Röm. Forums) fortgesetzt. Nach einem Picknick auf der Fahrt in Richtung Pontedara wurde dort das Museum Piaggio besichtigt, die Firma, die in den 50er Jahren den legendären Motorroller Vespa entwickelt hat. Weiter in Pisa ließen wir am Piazza dei Miracoli den Dom, den schiefen Turm (torre pendente) und das Baptisterium auf uns wirken.
Am Abend hieß es in der Pizzeria „On the Road“ in Montecatini „Pizza satt“, als nacheinander viele verschiedene Sorten auf den Tischen landeten.
Am Donnerstag, den 5.10. wurde endlich die Stadt Florenz angesteuert. Nachdem der Bus, wie dann in den meisten besuchten Städten, eine hohe Einfahrtgebühr bezahlt hatte, fuhren wir zuerst zum erhöht gelegenen „Piazzale Michelangelo“, um einen Überblick über die Stadt zu gewinnen. Nach dem Besuch der Santa Croce Kirche waren wir in 2 Gruppen zur Führung in den Uffizien, einer der größten Gemäldegalerien der Welt, angemeldet. Nachdem die mit Verspätung herbeitelefonierte Führerin der ersten Gruppe noch die wichtigsten Gemälde vorstellte, erklärte die Führerin der zweiten Gruppe nach kurzen Worten keine Zeit mehr zu haben und verabschiedete sich nach wenigen Erläuterungen. Nach Besichtigung des Baptisteriums mit der bronzenen Paradiestür und des Domes schloss sich ein Rundgang über den Mercato Nuovo, die Brücke „Ponte Vecchio“ mit den Schmuckläden zum Palazzo Pitti an, einem symmetrisch angelegten Renaissancepalast mit sich nach oben verjüngendem Bossenmauerwerk.
Während der Rückfahrt verabschiedete sich auf dem Autobahnring von Florenz mit lautem Knall einer der Zwillingsreifen an der Hinterachse. Auf einem Parkplatz stellte sich heraus, dass als Ursache eine defekte Bremsplatte die Weiterfahrt über weite Strecken unmöglich machte. Noch in den Abendstunden wurde eine Werkstatt am Stadtrand von Florenz ausfindig gemacht und Frau Krug gelang es Dank der auf Italienisch geführten Überzeugungsarbeit, dass die Werkstatt trotz Feierabend mit der Reparatur begann. Bis sich herausstellte, dass der Bus auch am nächsten Tag in der Werkstatt bleiben musste, wurden im Bus die letzten Vorräte an Bockwürsten ausgegeben. Zwei Ersatzbusse brachten uns ins Hotel nach Montecatini Terme, wo uns der Hotelier doch noch ein spätes Abendessen servierte.
Statt der geplanten frühen Abfahrt konnte die Heimfahrt mit dem reparierten Bus erst am Nachmittag des Freitag angetreten werden, so dass wir um Stunden verspätet erst am Samstag Morgen Marktredwitz erreichten.
OStR A. Adametz
Siena, Piazza del Campo (Foto: Krug)
Pisa, Piazza dei Miracoli (Foto: Krug)
Siena, K 12 vor dem Dom (Foto: Krug)