Fachprofil des katholischen Religionsunterrichtes am Otto-Hahn-Gymnasium

von Fachbetreuer Studiendirektor Alfons Prechtl

Als Titelbild unserer Internetseite sehen Sie die Hauptfassade der Theresienkirche im Markt von Marktredwitz. Geradezu symbolisch stellt sie drei Ebenen unserer Arbeit im Religionsunterricht dar:

- Beginnen wir ganz oben mit dem Kreuz: Dieses Symbol des Christentums vereinigt die vertikale und horizontale Ebene. Unsere Aufgabe im täglichen Unterrichten ist es nämlich, den Schülerinnen und Schülern jeder Alterstufe die Verbindung beider Ebenen zu erschließen. Theologische Gedankengänge – der Blick nach „oben“ – sollen sich treffen mit allgemein menschlichen Fragen – der Blick in die weite Welt . Unsere Aufgabe ist es, den jungen Menschen deutlich zu machen, dass es nicht nur Fragen des täglichen Lebens – Essen, Trinken, Schlafen, Berufswahl, Geldverdienen, Urlaub usw. – gibt, sondern dass die zentralen Fragen des Lebens wie Glück, Liebe, Tod und Auferstehung nur im Zusammenwirken mit Gott gemeistert werden können. Jede Unterrichtsstunde muss beide Aspekte berücksichtigen. Besondere Möglichkeiten
sehen wir dabei in einer schon fast dreißigjährigen Tradition des Leistungskurses.
Die Wahrnehmung von Fortbildungsmöglichkeiten der einzelnen Fachkollegen lässt uns auf den aktuellen Stand bleiben.

- In der zweiten Ebene steht die Papstfigur. Sie ist Symbol für die Verbundenheit in der
Kirche. Die Umsetzung der ursprünglichen Bedeutung des Wortes „ katholisch“ wird
hier verdeutlicht. Unser Religionsunterricht ist darauf angelegt, die Verbindungen zu
den Ortskirchen (Pfarrgemeinden), zu der Diözese von Regensburg und zur Weltkirche
in Rom zu festigen und zu fördern. Die Theresienkirche ist die Mutterkirche vieler
Ortskirchen in der Umgebung ( auch vieler Ortskirchen im Einzugsbereich unseres
Gymnasiums). Deshalb soll auch in unserem Unterricht die kirchlich - geschichtliche
Entwicklung lebendig erhalten bleiben. Seit rund 15 Jahren pflegen wir eine Veran –
staltungsreihe mit dem Titel „ Begegnung mit der Weltkirche“. Bischöfe und
aktive Christen aus den Entwicklungsländern, Bischöfe und Professoren aus den
bayerischen Diözesen werden eingeladen, um uns aus ihrer Sicht, Problemstellungen,
zentrale theologische Fragen oder Akutfragen näher zu bringen. Vielfach geschieht dies
auch in ökumenischer Zusammenarbeit.

- Auf der untersten Ebene der Hauptfassade sehen wir die Eingangstür ins Innere der
Theresienkirche. Es ist die Ebene, Gelerntes, Erfahrenes in den praktischen Vollzug
umzusetzen. Hier geschieht im Gottesdienst, im persönlichen Besuch eines sakralen
Raumes oder im gemeinsamen oder persönlichen Gebet, dass die oberste Ebene sich
im täglichen Leben vollzieht und das Ganze nichts Weltfremdes ist. Die Anleitung
der anvertrauten Schülerinnen und Schüler zur tätigen Nächstenliebe hat hier ihren
Ursprung. Die Gottesdienste, die wir feiern – am Schuljahrsanfang und –ende, vor den
Weihnachtsferien, zum Abschluss des Abiturs – sollen nicht irgendwelche Traditio-
nen sein, sondern Ausdruck des Gottesbeziehung, wie sie vielleicht theoretisch in der
obersten Ebene vermittelt wurde. Wenn zahlreiche Schülerinnen und Schüler sich in
der Adventszeit vor Unterrichtsbeginn zur kurzen Meditation versammeln, dann
merken viele, dass der Tag mit Gott anfängt. Wenn die erste Unterrichtsstunde mit
einem Gebet beginnt, dann merken viele vielleicht, dass Lebens – und Tagesgestaltung
in die eigenen Hände genommen werden sollten.

 

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