nach Regensburg
... am OHG
Am 9. 6. 2011 unternahmen die Klasse 7d und die Lateingruppe der Klassen 7ab mit ihren Lehrkräften Christine Nolda und Hans-Peter Matassa eine Exkursion ins mittelfränkische Weißenburg. Diese Stadt – mit dem teilweise rekonstruierten Kastell Biriciana, den dazu gehörigen Thermen und dem größten römischen Schatzfund in Deutschland – vermag es auf eindrucksvolle Weise, dem Besucher die Vielfalt der antiken Kultur in der Provinz nahe zu bringen und erlebbar zu machen.
Biriciana lag im Hinterland des rätischen Limes, der seit 2005 zum UNESCO-Welterbe gehört. Da wir über die antiken Ursprünge von Weißenburg und das Leben am Limes bereits im Unterricht gesprochen hatten, war es das Ziel unserer Exkursion, die Überreste dieser Welt als „Klassenzimmer“ zu nutzen.
Wir besichtigten zunächst die antike Bäderanlage. Sie wurde im Frühjahr 1977 unweit des Römerkastells bei Baggerarbeiten entdeckt. Es handelt es sich dabei allem Anschein nach um ein vom Militär gebautes Zivilbad.
In den Thermen der griechisch-römischen Welt muss man eine Art universellen Versammlungsort sehen, an dem das Angenehme mit dem Nützlichen verbunden werden konnte. So kamen bei Erholung, Sport und Spiel auch die leiblichen Genüsse wie Essen und Trinken nicht zu kurz, und ohne Zweifel war dieser gesellschaftliche Mittelpunkt ein ebenso geeigneter Ort für den Austausch von Nachrichten und Meinungen.
Bei unserem Rundgang konnten wir vom Führungssteg aus alle Räumlichkeiten der Therme überblicken: Teile des früheren Gymnastikhofes mit Säulengang sind ebenso sichtbar wie die Reste einer späteren Sporthalle. Besonders beeindruckt zeigten sich die Schüler von der Hypokaustenheizung in den Räumen des Warmbades, da sie dem Prinzip der modernen Fußbodenheizung sehr nahe kommt.
Bei den Ausgrabungen kamen auch zahlreiche Funde – z. B. Schmuckgegenstände, Haarnadeln, kosmetische Geräte, Scherben von Ton- und Glasgefäßen, Spielsteine, Münzen usw. – ans Tageslicht, die das Leben und Treiben in der römischen Provinz eindrucksvoll beleuchten. Diese Funde konnten wir später im Römermuseum Weißenburg bestaunen.
Nach der Führung durch die Thermenanlage besuchten wir die Überreste des römischen Kastells Biriciana, das die Ala Prima Hispanorum Auriana, eine knapp 500 Mann starke spanische Reiterkohorte, beherbergte, die mit der Sicherung des Limes beauftragt war. Das rekonstruierte Nordtor der Kastellanlage ist zum Aushängeschild der Römerstadt Weißenburg geworden. In kleinen Gruppen machten sich die Schüler mithilfe eines Fragebogens auf die Reise in die römische Vergangenheit. Anhand der Schautafeln auf dem Ausgrabungsgelände informierten sie sich über die Entstehung des Kastells und das Alltagsleben der römischen Soldaten in der Provinz.
Der anschließende Besuch des Römermuseums, das auch das Zentrale Bayerische Limes-Informationszentrum beherbergt, wurde zu einem Höhepunkt der Exkursion. Denn dort glänzen und funkeln über 100 Exponate aus dem Weißenburger Römerschatz, darunter Bronzemasken, Statuen und Votivbleche. Der Schatz wurde vor 30 Jahren kurioserweise beim Anlegen eines Spargelbeetes gefunden und gehörte wohl zu einem Heiligtum. Sehr eindrucksvoll für unsere Schüler war das bronzene Militärdiplom des Bojers Mogetissa. Sie kannten es nämlich bereits aus dem Schulbuch und wussten, dass dieser Soldat damit nach 25-jährigem Militärdienst das römische Bürgerrecht erhalten hatte.
Die direkte Auseinandersetzung mit antiken Fundstücken erleichterte es unseren Schülern, sich in die Welt eines römischen Provinzbewohners hineinzuversetzen. So konnte für sie das Leben am Limes anschaulich und „begreifbar“ werden.
Christine Nolda
Im Rahmen des Lateinunterrichts besuchte Anfang Dezember der Rhetorik-Coach Markus Herrmann aus Tübingen das Otto-Hahn-Gymnasium. Der Gastdozent ist selbst Sieger deutschlandweiter Debattierwettkämpfe und Mitherausgeber des Bandes „Schlüsselkompetenz Argumentation“ im UTB-Verlag. Da er vor seiner heutigen Tätigkeit als Dozent für Rhetorik an der Universität Tübingen ein Studium derselben sowie der Klassischen Philologie absolvierte, konnte er den Schülern die Nähe von moderner Rhetorik zu den im Lateinunterricht behandelten antiken Theorien fachkundig aufzeigen.
Das Seminar baute auf den bereits im Unterricht übersetzten lateinischen Vorgaben für den guten Redner auf und vermittelte den Schülern Anregungen, die bislang nur theoretisch erworbenen Redequalitäten in die Tat umzusetzen. Dabei lernten die Jugendlichen zunächst, dass auch die alltäglichste Tätigkeit wie Zähneputzen anderen Mitgliedern der jeweiligen Gruppe als spannend dargestellt werden kann. Beim Selbstversuch wurden die Schüler weiterhin auf die Körpersprache, störende Floskeln oder bestimmte „Ticks“ aufmerksam gemacht. In einer Reflexionsphase überlegte die Gruppe, was man in einer Rede tunlichst beachten und vermeiden sollte und wie das Publikum am besten angesprochen werden kann. Auch dies wurde in die Tat umgesetzt: die Schüler entwickelten in Kleingruppen ein Plädoyer für ihre Lieblingssportart. Als Arbeitsgrundlage erhielten sie eine Tabelle, welche die bislang im Unterricht nur auf theoretischer Ebene besprochenen klassischen Redeteile Einleitung (exordium), Schilderung des Sachverhalts (narratio), Beweisführung (propositio / argumentatio) und Schluss (peroratio) umfasste. Bei der Vorbereitung des Vortrages wurde besonderer Wert darauf gelegt, die Übergänge zwischen den Redeteilen elegant zu gestalten. Das Auditorium durfte sich schließlich mittels der neugewonnenen Methoden- und Selbstkompetenz der Redner davon überzeugen, unbedingt noch am selben Tag Eishockey oder Basketball zu spielen, danach zum Triathlon zu wechseln und den Abend mit einem kleinen Segeltörn zu beenden.
Ulrike Nagengast
Leben an der Grenze des Römischen Reiches - die Römer in Regensburg
Nachdem die Schüler der 6. Jahrgangsstufe in ihrem bisherigen Lateinunterricht schon einiges über das Alltagsleben der Römer erfahren hatten, sollten diese Kenntnisse nun durch einen Ausflug nach Regensburg veranschaulicht werden.
Trotz Schnee und Kälte brachen an zwei Tagen je zwei 6. Klassen auf, die Spuren der Römer in unserer Heimat zu erkunden. Die Organisation der Fahrt hatte die Lateinlehrerin Frau Studienrätin Nicole Balser übernommen. Unterstützt wurde sie dabei von der Lateinlehrerin Frau Söllner.
Im Historischen Museum wurden die Schüler selbst zu Lehrern für ihre Klassenkameraden, als sie in anschaulichen und durchdachten Präsentationen die erarbeiteten Fragestellungen darboten. An Modellen und Ausstellungsstücken, an Karten und Nachbauten ließen die Schüler das Leben in Castra Regina lebendig werden. Eine römische „Modenschau“ und das Ausprobieren antiker Kinderspiele machten allen viel Spaß.
Bei der anschließenden Stadtführung standen die steinernen Zeugnisse der Römer – die Überreste des Lagertores, der Porta Prätoria - im Mittelpunkt und waren zugleich Ausgangspunkt für die Fragestellung: „Wie verlief die Geschichte Regensburgs nach den Römern?“. In anschaulicher Weise verstanden es die Stadtführer, das Alltagsleben in einer mittelalterlichen Stadt lebendig werden zu lassen. In engen, winkeligen Gassen, umschlossenen Innenhöfen, auf weiten Plätzen und vor hohen, prächtigen Gebäuden konnte sich wohl jeder ein wenig in die beschriebene Zeit hineinversetzen. Die beeindruckende Kulisse des Domes St. Peter, an der die Schüler viel zu entdecken fanden, bildete den krönenden Abschluss dieser Zeitreise.
Sicher hat dieser Ausflug in der Hälfte des Schuljahres dazu beigetragen, die Motivation für Latein zu stärken und die Zeit der Römer durch praktische Erlebnisse lebendig zu machen.
Am 04.02.2010 unternahm der Leistungskurs Latein (K13) mit StR Gregor Nagengast eine ganztägige Exkursion an die Universität Würzburg. Vor Ort wurde die Gruppe nach dreieinhalbstündiger Bahnfahrt vom wissenschaftlichen Angestellten des Lehrstuhls für Gräzistik, Herrn Dr. Holger Essler, in Empfang genommen. Da sich die Ankunft aufgrund technischer Probleme bei einem Zug um eine Stunde gegenüber der ursprünglichen Planung verschoben hatte, wurde das freundliche Angebot Herrn Dr. Esslers, spontan umzudisponieren, gerne angenommen: So speiste man gemeinsam in der hochschuleigenen Mensa, wobei die wenige Monate vor ihrer Reifeprüfung stehenden Schüler von der dortigen Atmosphäre und dem Vorgeschmack auf das studentische Leben durchaus angetan waren.
Nach dem Essen führte Dr. Essler die Gruppe in einen Raum der Universitätsbibliothek, wo die Bibliotheksmitarbeiterin Kerstin Dößel bereits wartete. Dort gewährte Dr. Essler auf anschauliche Weise den jungen Erwachsenen einen Einblick in sein Spezialgebiet, die Papyrologie.
Mit einem Glanzstück der universitären Sammlung, dem heute noch perfekt lesbaren, auf 175-150 v.Chr. datierten Fragment eines von Hannibals Lehrer Sosylos in griechischer Sprache verfassten Werkes über den Zweiten Punischen Krieg, konnte der Wissenschaftler sogleich die Nachwuchslatinisten für die Thematik begeistern. An dem genannten Papyrus ist neben seinem außerordentlich guten Erhaltungszustand bemerkenswert, dass er den einzigen erhaltenen Teil einer Schilderung des Zweiten Punischen Krieges aus karthagischer Sicht darstellt. Wie Dr. Essler ausführte, werde anhand des Fragments deutlich, dass Sosylos die Römer viel positiver darstelle, als umgekehrt die Römer ihre besiegten Gegner charakterisierten. Der zweite den Schülern vorgelegte und wohl zwischen 160 und 169 n.Chr. entstandene Papyrus enthielt die Eingabe eines ägyptischen Bürgers an die mittlere Verwaltungsebene, mit der dieser sich einer amtlich angeordneten Dienstverpflichtung zu entziehen suchte. Zu diesem Zweck zitierte er Edikte von Kaisern bis einschließlich des zur Entstehungszeit der Schrift amtierenden Mark Aurel, die belegten, dass der Bürger im Recht sei.
In der Folge gab Frau Dößel nicht minder kompetent und kurzweilig einen Einblick in die Arbeit mit Handschriften. Anhand einiger älterer Schriftstücke ließ sie die Schüler zunächst erarbeiten, was eine Handschrift überhaupt charakterisiere: selbstverständlich muss sie von Hand geschrieben, darüber hinaus jedoch im Mittelalter entstanden sein und in Codexform, also nicht als Buchrolle, vorliegen. Die Universität Würzburg sei, wie Frau Dößel erklärte, seit der Säkularisation im Besitz vieler Handschriften aus aufgelösten Klöstern, darunter etwa 100 aus der Zeit vor 900.
Nach Ausführungen zu den Beschreibmaterialien ermöglichte es Frau Dößel den Kollegiaten, eine Sammelhandschrift von 1469 genauer zu betrachten, die unter anderem Texte von Sallust und Seneca beinhaltet. Mittels eines Handouts wurde hierbei deutlich, wie Handschriften katalogisiert werden und welche Fachtermini besonders wichtig sind. Auf einiges Erstaunen stieß die Erklärung für das Loch auf der Buchrückseite: Wenn Bücher früher in öffentlichen Lesesälen auslagen, sicherte man sie mit einer Kette gegen Diebstahl. Schließlich präsentierte Frau Dößel noch ein Fragment mit der ältesten erhaltenen Abschrift von Ciceros Atticus-Briefen, die aus dem 12. Jahrhundert stammt. Klebstoffreste an den Rändern einiger Blätter zeigten, dass dieser bedeutende Text einige Zeit weniger geschätzt wurde: Man hatte ihn als Einband für ein Rechnungsbuch eines Würzburger Klosters verwendet!
Nach diesen Ausführungen entließen Herr Dr. Essler und Frau Dößel die Gruppe, die sichtlich beeindruckt war von den Exponaten, welche sonst nicht einmal Studenten der Altphilologie zu Gesicht bekommen.
Der für den Nachmittag geplante Besuch des Martin-von-Wagner-Museums musste aus zeitlichen Gründen leider entfallen, und so kehrten die Exkursionsteilnehmer nach einer kurzen Stadtbesichtigung und abermaliger Zugfahrt kurz nach 20.00 Uhr nach Hause zurück.
Gregor Nagengast
Eigens aus Freising angereist war Professor Wilfried Stroh, um vor rund 200 Lateinschülern der Klassen 9 – 13 am Otto – Hahn Gymnasium auf Einladung der Fachschaft Latein einen Vortrag zu halten. Als Grundlage seines Vortrages diente dem Professor der klassischen Philologie sein Buch“Latein ist tot, es lebe Latein!“, das er im vorigen Jahr veröffentlichte und allmählich zum Bestseller auf diesem Gebiet wird.
Studienrat Markus Dumler stellte den Referenten vor: Seit 1976 bis zu seiner Emeritierung 2005 war Wilfried Stroh ordentlicher Professor an der Ludwig – Maximilians – Universität München. Der Professor ist unter anderem für seine Bemühungen um das Latein als lebendige Sprache bekannt.
Der Referent kam sofort zur Sache, indem er aus dem Gedächtnis verschiedene Passagen lateinischer Texte rezitierte. Er sprach davon, dass Latein heute einen Boom verzeichne, was in den verschiedensten Formen der Presse, des Rundfunks, der Werbung, des Films und des Fernsehen zum Ausdruck kommt. Wie lebensnah das Latein ist zeigte der Professor den Zuhörern, indem er willkürlich 10 Zeilen der Tagesausgabe der Süddeutschen Zeitung über den Klimagipfel in Kopenhagen vorlas und nicht weniger als 10 Ursprungswörter aus dem Griechischen oder Lateinischen nachwies. Er zitierte auch G. Jauch, der meinte, wer eine Million gewinnen wolle, müsse Latein können.
In seinen Kernaussagen zu dem Thema „Latein ist tot, es lebe Latein“ wies der Professor nach, dass diese Sprache seit ihrer Entstehung schon fünfmal gestorben sei, aber trotzdem immer wieder neues Leben bekam. Alle Leichenreden habe diese Sprache siegreich überstanden. Mit einem Gang durch die Geistes- und Literaturgeschichte wurden Beweise für diese Behauptung geliefert.
Der Grund, dass Latein alle Anfechtungen überlebt habe und deshalb lebe, ist wohl in der Tatsache zu suchen, dass sich die Sprache seit nunmehr 2000 Jahren nicht mehr verändert habe. Professor Stroh sprach vom „Zauber der Sprache“, den das Latein ausübe. Deshalb gewinne das „tot“ den Charakter des Unveränderlichen.
Die Studienreferendarinnen Christina Hofmann und Verena Loy dankten dem Referenten und überreichten ein Erinnerungsgeschenk.
In Kleingruppen schufen die kurz vor der Reifeprüfung stehenden Kollegiaten ästhetisch wie inhaltlich ansprechende Plakate zu folgenden Themenbereichen: Catull, Martial und das Epigramm; Leben und Tod aus Sicht der Dichter; dichterischer Spott über Äußerlichkeiten; politische Epigramme.
Bemerkenswert sind dabei die gelungenen Übertragungen der lateinischen Vorlagen ins Deutsche. Hier einige Kostproben:
Zu Martial 9, 10:
Paula will Priscus,
doch der will sie nicht,
es wär Masochismus,
die Figur, das Gesicht!
Für Paula wär Priscus viel mehr als genug,
sie für Priscus zu wenig, auch er ist klug!
(Lisa Reimer)
Zu Martial 8, 27:
Gaurus, du bist reich und alt,
und so kommen schon sehr bald
viele Leute, die viel schenken
und dabei ganz schelmisch denken:
„Hoffentlich wirst du schnell kalt!“
(Julia Krippner)
Zu Martial 3, 8:
O welch Makel im Gesicht,
doch den Quintus stört es nicht,
dass sie hat der Augen eins,
denn vermutlich hat er keins!
(Güllü Özkan / Anna Hrycyk)
Zu Martial 4, 24:
Sie trug alle aus dem Leben,
neben ihr soll‘s keine geben.
Lycoris könnt‘ im Morgentau
dies machen auch mit meiner Frau.
(Elisabeth Söllner)
Zu Martial 2, 35:
Krumm sind deine Beine wie des Mondes Sichel,
drum wasch sie dir in einem Trinkhorn, Michel!
(Güllü Özkan)
Den Römern kam es, wie man sieht, nicht nur auf innere Werte an - die Meister der lateinischen Dichtkunst widmeten sich darüber hinaus jedoch vielen anderen zeitlosen Themen. Nicht umsonst sind sie von deutschen Klassikern wie Goethe, Schiller oder Lessing, aber auch zeitgenössischen Schriftstellern rezipiert worden.
Man sieht daran: Die Lektüre im lateinischen Original lohnt noch heute!
Gregor Nagengast
An zwei Tagen machten sich je zwei Klassen der 6. Jahrgangsstufe mit dem Zug auf, die Spuren der Römer im mittelalterlichen Regensburg zu erkunden.
Die erste Gruppe der Schüler entdeckte mit einer qualifizierten Stadtführerin das Leben in einer mittelalterlichen Stadt, die, am Fluss gelegen, viele Möglichkeiten des Handels nutzte und so zu beträchtlichem Reichtum kam. Beeindruckend waren die großen Vorratsspeicher und die hochaufragenden, prächtigen Wohntürme reicher Familien, die uns schon an die modernen Hochhäuser erinnerten.
Am Rathausplatz zeigte uns die Führerin die festgelegten Maßeinheiten für den Handel und wusste auch manch grausames Detail der Gerichtsbarkeit zu erzählen.
Auf dem Haidplatz, der so genannten „guten Stube“ Regensburgs wurde durch Straßenmusiker die Stimmung vergangener Zeit lebendig, als auf diesem Platz Feste gefeiert, Gesandtschaften empfangen, Theateraufführungen und Musikdarbietungen veranstaltet wurden und Menschen aus fremden Ländern die neuesten Nachrichten mitbrachten.
Im Innenhof eines mittelalterlichen Hauses versuchten wir uns vorzustellen, wie das Alltagsleben in dieser Zeit bewältigt wurde, angefangen von der Versorgung mit Lebensmitteln, der Viehhaltung in der Stadt bis hin zum Entladen der Waren, dem Handel und der „Entsorgung“ ohne Kanalisation und Kläranlage.
Wie eng die Gassen waren und wie dadurch das Zusammenleben der Menschen schwierig wurde, konnten wir hautnah erleben, als aus den Fenstern eines Hauses mehrere Ladungen Wasser auf unsere Gruppe geschüttet wurden – zum Glück war es nicht, wie im Mittelalter, der Inhalt eines Nachttopfes oder einer Spülschüssel!!
Den krönenden Abschluss fand unsere Stadtführung vor der prächtigen Kulisse des Domes, der von vielen Generationen Stück um Stück zum heutigen Erscheinungsbild erbaut worden war. Die Kennzeichen der Steinmetze fanden wir noch an vielen Steinen der Außenwand.
Die zweite Gruppe versuchte währenddessen, ausgehend von der steinernen „Gründungsurkunde“ - der Inschrift über das Jahr der Erbauung des Legionslagers -, das Leben der Römer an der Grenze des römischen Reiches kennen zu lernen.
Angefangen mit der Ausrüstung eines Legionärs, die wir auch anziehen und ausprobieren konnten, dem Aufbau der in Regensburg stationierten Legion und der Bautätigkeit im und am Lager, die unsere Mitschüler an einem Modell anschaulich erklärten, wurden wir langsam mit dem Leben eines Soldaten in der Provinz vertraut.
Das Thema „ Römische Küche, Speisen und Geschirr“ ließ manche von uns angewidert dreinschauen, vor allem die Vorliebe der Römer für ausgefallene Soßen war nicht nach jedermanns Geschmack.
Als „Highlight“ folgte dann eine römische Modenschau mit den Kleidern für verschiedene Menschen und Lebenssituationen, die uns gekonnt vorgeführt wurden. Auch die verschiedenen Freizeitaktivitäten der Römer mit Spielen, Bädern und Theater waren in ihrer Vielfalt interessant. Wie und worauf man als römischer Schüler schrieb, konnten wir mit Wachstafeln und Griffel ausprobieren, ein Spicker wäre rasch wieder gelöscht gewesen!!
Mit viel Spaß stellte uns die letzte Gruppe römische Spiele vor und besonders beim Spiel „Rundmühle“ waren sie nicht zu schlagen. Fingerfertigkeit und Geschick erforderte dagegen das Werfen und Auffangen kleiner Tierknöchelchen, ein beliebtes Spiel römischer Kinder.
Mit vielen Eindrücken kehrten wir nach einem anstrengenden, aber interessanten Tag glücklich in die Heimat, einst Teil des „unzivilisierten Germaniens“ zurück
Im Rahmen des einen Wandertag ersetzenden Pädagogischen Tages (= MODUS-21-Maßnahme Nr. 6) fuhren die Leistungskurse der K12 und K13 unter der Leitung von StR Dumler und StR z.A. Nagengast am 15.12.2008 mit dem Zug nach Weißenburg, um sich dort die beeindruckenden Spuren römischen Lebens von vor fast zwei Jahrtausenden anzusehen: Denn auf dem heutigen Stadtgebiet befand sich einst das Kastell Biriciana samt vicus (Zivilsiedlung) als Teil des Obergermanisch-Raetischen Limes, der unter der Herrschaft des Kaisers Domitian (81-96) im ausgehenden ersten Jahrhundert nach Christus begonnen wurde, sich schließlich über eine Gesamtlänge von erstaunlichen 550 km erstreckte und seit 2005 zum Weltkulturerbe der UNESCO zählt.
Nach der Ankunft begab sich die Gruppe bei klarem, kaltem Winterwetter zunächst zu den erst 1977 wiederentdeckten sogenannten „Großen Thermen“. Diese wurden, wie der kompetent und anschaulich erzählende Fremdenführer Herr Plapperer ausführte, in den frühen 80er Jahren mit einer ebenso aufwendigen wie beeindruckenden Zeltdachkonstruktion vor Witterungseinflüssen wirkungsvoll geschützt und zum Museum ausgebaut.
Die Kollegiaten vor den Thermen
Der engagierte Fremdenführer Herr Plapperer
Bei der Besichtigung erwies es sich als angenehm, dass unsere Gruppe – wie auch später im Römermuseum – die gesamte Stätte für sich hatte, da in den Wintermonaten laut Auskunft des Fremdenführers nur sehr wenige Touristen und so gut wie keine Schulklassen nach Weißenburg kämen.
Insgesamt drei Bauphasen sind bei der Thermenanlage auszumachen: Aus der ersten Phase (um 90 v. Chr.) sind nur noch wenige Reste erhalten. Bei der Erweiterung um 130 n. Chr. wurden ein Warmbad (caldarium), zwei Laubäder (tepidaria), ein rundes Schwitzbad (sudatorium), ein Kaltbad (frigidarium), eine mit einer porticus umgebene Basilika und eine Feldschmiede angebaut. Diese Grundanlage ist im Kern noch vorhanden und nachvollziehbar. Nachdem das Badegebäude wohl infolge der Markomannenkriege zerstört worden war, wurde um das Jahr 180 eine dritte mit den Abmessungen von 65 mal 42,5 Metern deutlich größere und auch luxuriösere Thermenanlage vom Ringtypus errichtet. Diese hatte Bestand, bis sie um das Jahr 230 im Zuge der Alamanneneinfälle erheblich beschädigt und 258/59 aufgegeben wurde.
Bei der „neuen Sauna“ mit Hypokaustenheizung (aus der dritten Bauphase) ist der Fußboden original erhalten. Das zu dieser Sauna gehörige frigidarium wurde rekonstruiert.
Hypokausten mit erhaltenem Fußboden
Großes (im Vordergrund mit schematisierten Badegästen) und kleines frigidarium (dahinter)
Im Anschluss an die knapp einstündige Führung durch die Thermen brach die Gruppe in Richtung Römermuseum auf. Auf dem Weg zeigte Herr Plapperer unserer Gruppe das Grundstück, auf dem 1979 ein Einheimischer beim Spargelstechen den sogenannten „Weißenburger Schatz“ fand, der großenteils im Römermuseum ausgestellt ist.
Zwischen den beiden Bäumen wurde 1979 der „Weißenburger Schatz“ entdeckt.
Dann wurde kurz am Areal der früheren Kastells Biriciana Halt gemacht, das etwa fünfeinhalb Kilometer südlich des Limes liegt. Dort war von etwa 90 bis 253 die Ala Prima Hispanorum Auriana, eine etwa 500 Mann starke spanische Reiterhilfstruppe, stationiert. Die fast quadratische Gesamtfläche der letzten Ausbaustufe von ca. 170 mal 179 Meter lässt sich vor Ort gut erfassen, rekonstruiert ist von der Anlage die porta decumana, also das rückwärtige Tor.
Blick auf die porta decumana; im Vordergrund Reste des horreum (Getreidespeichers)
Im Römermuseum erhielt die Gruppe wiederum eine insgesamt einstündige Führung. Den spektakulären Mittelpunkt der Ausstellung bildet der oben erwähnte „Schatz“, der aus zahlreichen Spitzenprodukten antiken Kunsthandwerks besteht. Insbesondere die detailreichen Götterfiguren zogen das Interesse der Kollegiaten auf sich, aber auch die schöne Rekonstruktion eines römischen Klappstuhls, der auch noch gut in die heutige Zeit passen würde, und andere Exponate wie Bronzemasken und Votivbleche sorgten für Aufsehen.
Mit der anschließenden Heimfahrt ging eine gelungene Exkursion zu Ende. Die Teilnehmer bewerteten es hinterher durchweg als positiv, einmal vor Ort mit dem Erbe der Römer im süddeutschen Raum in Kontakt gekommen zu sein.
Gregor Nagengast
Florian Himmler und Bernhard Ohlow von der Universität Regensburg waren auf Einladung von Studienrat Johannes Handbaum an die Schule gekommen, um Kleidung, Waffen, Waffenrüstung und alltägliche Gewohnheiten der antiken Römer zu demonstrieren und zu erklären. Und die Schülerinnen und Schüler der sechsten und siebten Klassen konnten nicht genug hören und vor allem selbst ausprobieren.
Eine etwas andere Lateinstunde sollte es werden, die Stunde am 12.03.08, in der sich unsere Klasse 11b in den Kopf setzte “römisch” zu kochen.
Mit Begeisterung zum Fach sowie zum guten Essen, die sich Schüler und Lehrer Herr Dumler teilen, wurde mit großem Enthusiasmus und Optimismus an die Sache herangegangen: Sorgfältig wurden in den Stunden zuvor bereits Rezepte aus einem Kochbuch für “römische Spezialitäten” ausgesucht.
Die Wahl viel schlussendlich auf eine “Schinkenrolle” als Hauptspeise und “Honigkekse” als süße Nachspeise, womit wir uns viel vorgenommen hatten.
Doch mit guter Organisation beim Besorgen der Zutaten und geregelter Arbeitsteilung in der Küche lief mehr oder weniger alles glatt.
Da wurden schon mal Zutaten vorschnell zusammengemischt oder die Kekse eher karamellisiert als leicht mit Honig bestrichen, doch auch diese kleinen Schwierigkeiten schreckten uns nicht ab und so wurde spontan etwas umdisponiert. So konnten nach einer erfolgreichen Kochstunde, in der wir wirklich viel Spaß hatten, mit Stolz und Vorfreude die Gerichte serviert werden. Alle waren begeistert und im Nu lockte der gute Geruch auch andere Schüler und Lehrer, die natürlich auch eine Kostprobe bekamen. Auch unsere Direktorin Frau Nickel kam in den Genuss der “römischen Spezialitäten” und war begeistert.