Ende und Aufbruch

Die besten Absolventen wurden ausgezeichnet (von links): Schulleiterin Gertraud Nickl, Lukas Schrack, Karolin Härtl, Philip Sieder, Stefanie Marschner, Maximilian Dankbar, Jan-Frederik Spörrer und Kollegstufenbetreuer Axel Adametz. Foto: Geiger

87 Absolventen des Otto-Hahn-Gymnasiums Marktredwitz werden mit vielen guten Wünschen aus dem Schulleben verabschiedet.
Marktredwitz - "Eine Neubesinnung auf das Notwendige und menschlich Zuträgliche" wünschte Schulleiterin Gertraud Nickl der gesamten Gesellschaft in ihrer Rede für den Abiturjahrgang 2010: Am Freitagabend wurden 87 Absolventen des Otto-Hahn-Gymnasiums Marktredwitz mit vielen guten Wünschen und manch philosophischer Betrachtung verabschiedet.
Allgegenwärtig, so Nickl, seien die bombastischen Formulierungen diverser Bildungsstudien, denen sie einige handfeste Begriffe gegenüberstellen wolle, mit denen sich wohl durchs Leben kommen lasse. Anteilnehmendes Zuhören, auch als Kontrolle der eigenen Weltsicht, sei die Grundlage, dazu kämen Gemütsruhe und Selbstbeherrschung, außerdem Bildung als wesentlicher Faktor für einen gesellschaftlichen Konsens, Mut, für die eigene Freiheit und die anderer einzustehen und schließlich die Leistung, die auch Spaß machen könne. Alle Abiturienten hätten ihr Ziel erreicht, wobei einige herausragende Ergebnisse zu verzeichnen seien (siehe nebenstehenden Artikel). "Vergesst eure alte Schule nicht, bleibt in Kontakt mit uns und denkt daran, dass eure Heimat auch berufliche Chancen und Lebensqualität bietet", schloss Schulleiterin Nickl.
In Vertretung des Landrats gratulierte Dr. Frieder Roblick. "Wer weiß, wie die Welt in 20 Jahren aussieht?", fragte er und gab zum Amüsement der Schüler einen kleinen historischen Ausflug zu den Anfängen des schulischen Lebens zum Besten: In der Antike sei die Schule ein Ort des Müßiggangs gewesen, zu dem die Kinder reicher Eltern von Pädagogen begleitet worden seien, die allesamt dem Sklavenstand angehört hätten. "Viel Wandel also, der immer rasanter wird." Heutige Schulabgänger würden im Durchschnitt dreimal den Beruf wechseln müssen, was ständige Lernbereitschaft und Teamfähigkeit verlange.
Zweiter Bürgermeister Klaus Haussel würdigte das Otto-Hahn-Gymnasium als wichtigen Bestandteil der Stadt Marktredwitz. Sein Appell an die Abiturienten: "Geht hinaus und kommt zurück!" Der Vorsitzende des Fördervereins, Sebastian Macht, nahm den 25. Juni als bundesweiten "Tag der Architektur" zum Anlass, diesen als Bild für das "Lebenshaus" zu verwenden, dessen Fundament nun so erfolgreich gelegt worden sei. Mit der Fertigstellung, diversen Umbauten und Renovierungen habe man ein Leben lang zu tun: "Seid gute Baumeister!"
"Wir brauchen Menschen, die anpacken", ermutigte die stellvertretende Vorsitzende des Elternbeirats die Absolventen, bevor Gertraud Nickl und Kollegstufenbetreuer Axel Adametz zur Verleihung der Zeugnisse schritten.
Nach der Ehrung der besten Absolventen beschworen die beiden Abiturientinnen Levi Doan und Lisa Reimer in einer sehr emotionalen Rede noch einmal die menschliche Gemeinschaft der vergangenen Schuljahre: "Es sind keine materiellen Dinge, die uns die kostbarsten Momente bescheren." Ihrem Dank an Eltern, Lehrer und alle anderen Wegbegleiter ihrer Schulzeit schloss sich das Versprechen an, sich nicht aus den Augen zu verlieren: "Was Frau Nickl zusammengeführt hat, soll der Mensch nicht trennen!"
Nach der Abiturfeier, die von verschiedenen Ensembles der Schule musikalisch begleitet wurde, gab es bei einem üppigen Buffet im Pausenhof Gelegenheit, den festlichen Abend ausklingen zu lassen.
Uschi Geiger
FRANKENPOST 28.06.2010

 

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