Gespannt lauschten Schülerinnen und Schülern der zehnten Klassen des Otto-Hahn-Gymnasiums den Ausführungen des Coburger Buchautors Rupert Appeltshauser
Auch in der Schule wird die 20-jährige Wiederkehr der Wende von 1989 behandelt. Allerdings gibt es mittlerweile eine Schülergeneration, die nicht mehr aus eigener Erfahrung sprechen kann, sondern auf Zeitzeugen angewiesen ist. Die Fachschaft Deutsch und Geschichte am Otto-Hahn-Gymnasium hatte zur Aufarbeitung des Themas mit Rupert Appeltshauser einen Buchautor eingeladen, der mit seinem Werk "Streifzüge im deutsch-deutschen Grenzland" den Schülerinnen und Schülern der zehnten Klassen das "Innenleben der ehemaligen DDR" nahe zu bringen versuchte.
Studienrätin Cornelia Dietz führte in das Thema ein. Das 20. Jubiläum der friedlichen Revolution sei Anlass genug, sich nicht nur die direkten Ereignisse vor Augen zu halten, sondern auch das Werden und Geschehen der DDR unter die Lupe zu nehmen.
Der Autor beantwortete auch die Frage, weshalb ausgerechnet ein Wessi etwas von der Bedeutung über das Innenleben der DDR zu sagen habe. Appeltshauser führte aus, dass die Erinnerungen die Summe unzähliger Besuche und einer kontinuierlichen Auseinandersetzung mit dem anderen deutschen Staat seien, die in frühester Kindheit am Anfang der 50-er Jahre begann und trotz einer längeren Unterbrechung nach dem Mauerbau bis zur Wende anhielt.
Appeltshauser fand ein aufmerksames Publikum, weil sich sehr viele Schüler die geschilderten Vorgänge nicht vorstellten konnten. Er schloss mit den Ereignissen von 1989: "Das waren genau die Momente, in welchen die alten Geschichten vom Schlagbaum, Hammer, Sichel, Tellermützen, Interzonenzug und Sputnikpiepsen endgültig zur Geschichte wurden."
Gespannt lauschten Schülerinnen und Schülern der zehnten Klassen des Otto-Hahn-Gymnasiums den Ausführungen des Coburger Buchautors Rupert Appeltshauser
FRANLENPOST 04.11.2009
Rupert Appeltshauser, der am Otto-Hahn-Gymnasium zu Gast war, wurde in Coburg geboren und ist auch dort aufgewachsen. Er studierte die Fächer Englisch, Geschichte und Sozialkunde. Seit 1979 unterrichtet er am Gymnasium Albertinum in Coburg. Im Rahmen der lokalen und regionalen Kulturarbeit nimmt er verschiedene ehrenamtliche Tätigkeiten wahr. Er ist Herausgeber und Autor von regionalgeschichtlichen und museumspädagogischen Projektarbeiten und Schriften. In Marktredwitz las er aus seinem Buch "Flipper, Jazz und Sputnikfieber" vor. Der Erfahrungs- und Begegnungsraum ist weitgehend das thüringisch-fränkische und das thüringisch-hessische Grenzgebiet. Die Erinnerungen aus früher Kindheit beziehen sich auf die Umgebung des Marktfleckens Rauenstein am Südhang des Thüringer Waldes, den Geburtsort seiner Mutter und Wohnsitz der meisten Verwandten. Das 200 Seiten umfassende Buch des Coburgers schildert den Alltag in der DDR. Es werden nicht große politische Probleme besprochen, sondern wie der einfache Bürger es schaffte, trotz Mangel einfach zu leben und zu überleben.