Empfang im Otto-Hahn-Gymnasium
Rundgang durch das KZ Flossenbürg
Empfang beim Landrat
Besuch im Klinikum
31 Jugendliche und drei Betreuer aus La Mure weilen z.Zt. im Rahmen des deutsch-französischen Schüleraustausches am Otto-Hahn-Gymnasium. Zum ersten Mal wurde der Austausch von Studienrätin Verena Kan, die selbst schon als Schülerin des Otto-Hahn-Gymnasiums am Austausch teilgenommen hatte, organisiert. In Zusammenarbeit mit weiteren Lehrkräften und mit den gastgebenden Eltern konnte ein umfangreiches Programm vorgelegt werden, das es in den nächsten Tagen zu absolvieren gilt.
Schulleiterin Oberstudiendirektorin Gertraud Nickl betonte bei der Begrüßung, dass der Austausch schon bald rekordverdächtig ist, denn er findet heuer zum 47. Mal statt. Die aus dem Austausch erwachsene Städtepartnerschaft geht in das 27. Jahr. Man kann sagen, dass diese Partnerschaft auf einem sicheren Fundament der gegenseitigen Achtung ruht und dass Freundschaften über mehrere Generationen entstanden sind. Mehr denn je ist es in einer globalisierten Welt und in einem geeinten Europa notwendig, die Sprache unserer Nachbarn zu lernen und sie auch auf der persönlichen Ebene kennen und achten zu lernen. Dazu scheint ein Schüleraustausch besonders geeignet. Deutsche und französische Jugendliche leben und arbeiten für einige Zeit miteinander und schließen auch Freundschaften über diese gemeinsamen Ziele hinaus. Mit einem Dank an Organisatoren und Eltern schloss die Schulleiterin ihre Ausführungen.
Der erste Tag des Aufenthaltes stand unter dem Zeichen „Landkreistag“. Studiendirektor Alfons Prechtl und Studienrätin Anja Wöhrl hatten ein umfangreiches Programm ausgearbeitet, das aber bereitwillig absolviert wurde. Zunächst führte die Fahrt nach Flossenbürg – auch auf Wunsch der französischen Gäste – , wo man sich einen ganzen Vormittag mit der Geschichte, den Ereignissen und den Gräueltaten beschäftigte und auseinander setzte. Der evangelische Pfarrer Herbert Sörgel aus Flossenbürg verstand es auf grund seiner guten Französisch-Kenntnisse, den Gästen die Bedeutung des KZ-Flossenbürg nahe zu bringen. Er forderte auf, sich der Geschichte zu stellen und die Lehren daraus zu ziehen. Die Schüler selbst staunten, wie viele französische Staatsbürger von den Ereignissen in Flossenbürg betroffen waren und wie viele ihr Leben lassen mussten.
Im großen Sitzungssaal des Landratsamtes wurden die Gäste vom stellvertretenden Landrat Horst Weidner empfangen. Er brachte ihnen die Eigenheiten des Landkreises nahe, der in der Mitte Europas eine zentrale Stellung einnehme. Der Landkreis sei geprägt von althergebrachter Industrie – Weidner ging dabei vor allem auf die Porzellanindustrie ein – aber auch von moderner Technologie. Er forderte die jungen Leute auf, die Sehenswürdigkeiten des Landkreis, wie die Luisenburg in den nächsten Tagen zu besichtigen. Jeder Gast erhielt das neue Landkreisbuch zum eigenem Studium.
Ein Besuch im Klinikum Marktredwitz rundete den Tag ab. Geschäftsführer Schmidt, Gisela Wuttke-Gilch und Angestellter Depperschmidt führten die Gäste in die Bedeutung des Krankenhauses für die Stadt Marktredwitz und die Umgebung ein. Ein längerer Rundgang machte die Schülerinnen und Schüler mit den technischen und sozialen Einrichtungen der Klinik vertraut. Beim gemeinsamen Eis-Essen konnten noch offene Fragen geklärt werden. In den nächsten Tagen bieten die Familien den Gästen ein Programm, bis eine Fahrt nach Regensburg den Aufenthalt beendet.
Alfons Prechtl
FRANKENPOST 08.05.2010