Sabine Junghans dankte Bestatter Richard Becher für seinen Vortrag
Die Verbindung von Theorie und Praxis stellte der katholische Religionsunterricht am Otto-Hahn-Gymnasium her, als man im Rahmen des Lehrplanthemas „Tod und Sterben“ der 10. Klasse einen Bestatter in den Unterricht einlud.
Die Aufmerksamkeit der beiden Schulstunden war nicht zu übertreffen, denn Richard Becher vom gleichnamigen Bestattungsunternehmen in Ebnath wusste mit seinen Ausführungen und Auskünften nicht nur zu begeistern, sondern auch das Defizit der jungen Leute zu beseitigen.
Oberstudienrat Jürgen Herr führte in die Thematik ein. Gerade an Allerheiligen und Allerseelen machten sich die Menschen mehr Gedanken über Tod und Sterben. Die Gottesdienste seien sehr gut besucht und gerade in unserer Gegend werde dieses Thema doch noch von der Kirche geprägt. Die Zivilisation kenne zwar verschiedene Formen des Abschiedsnehmens, über allen stehe jedoch eine würdige Bestattung.
Dies, so Richard Becher, sei auch das Anliegen der Bestattungsunternehmen. Man befinde sich in Grenz- und Ausnahmesituationen, denn jeder Tod sei ein besonderes Ereignis und dementsprechend müsse man sich dem Toten und den Angehörigen gegenüber verhalten. Im einzelnen schilderte der Bestatter den Vorgang einer Bestattung, der mit einer Fülle von amtlichen Papieren beginne und doch in würdevoller Form enden solle. Deshalb sei es besonders wichtig, auch das Gespräch mit den Angehörigen zu suchen. Er selbst stehe auf dem Standpunkt, dass man den Toten nicht durch irgendwelche Maßnahmen „verschönern“ solle, sondern dass man Abschied nehmen solle, wie man ihn gekannt habe. Als Bestatter habe er eine Reihe von Vorschriften zu beachten bis hin zum Umweltschutz. Es dürfen heute keine Gegenstände und Utensilien mehr verwendet werden, die nicht in einem gewissen Zeitraum verrotteten. Der Bestatter biete heute Gesamtpakete an, aus denen sich entweder der Tote zu Lebzeiten oder die Angehörigen nach dem Tod das aussuchen könnten, das sie haben wollen, vom Sarg bis zum Blumenschmuck und der Todesanzeige in der Zeitung. Auch auf die verschiedensten Formen der Bestattung ging der Redner ein. Während bei uns noch Erd- und Feuerbestattung üblich seien, gebe es Seebestattungen oder die Urne in einem Friedwald. Das neueste seien die Diamantbestattung und die Weltraumbestattung. Bestatter Becher hatte auch eine Reihe von Anschauungsmaterial mitgebracht, an denen er die Vielfältigkeit seiner Aufgabe zeigte.
Die Schülerinnen und Schüler sparten nicht mit Fragen, die bereitwillig beantwortet wurden.
Oberstudienrat Jürgen Herr (links) im Gespräch mit dem Bestatter und mit katholischen Schülern der 10. Klassen.