Abiturient Maximilian Seidel stellte bei der Städtischen Entwicklungs- und Wohnungsbau GmbH seine Facharbeit "Marktredwitz - ein Stadt mit Zukunft?" vor. Foto: zys
Maximilian Seidel ist jung. Und er liebt seine Heimatstadt. Der 18-Jährige macht gerade sein Abitur in Marktredwitz, ehe er dem Landkreis den Rücken kehrt, um vermutlich Geologie studieren zu können. So wie ihm geht es vielen jungen Menschen hier. Wer beruflich nach oben will, muss erst einmal weg. Ob er wieder kommt, hängt von einigen Faktoren ab. Gibt es einen entsprechenden qualifizierten Arbeitsplatz für Maximilian, reicht ihm das Angebot in Marktredwitz, nachdem er Großstadtluft geschnuppert hat? In einer Facharbeit setzte sich der junge Mann mit der Zukunft "seiner" Stadt auseinander.
"Marktredwitz - eine Stadt mit Zukunft?" Maximilian hat sich richtig hineingekniet in die Arbeit, um durch die Befragung zahlreicher Bürger jeglichen Alters Spurensuche zu betreiben. Sein zunächst ernüchterndes Fazit, das er bei der Stadtentwicklungs- und Wohnungsbau GmbH im Beisein von Lehrern und städtischen Vertretern vorstellte: "Die Stadt Marktredwitz hat zum Teil keine gute Ausgangslage, die eine erfolgreiche Zukunft gewährleistet." Würden jedoch sämtliche Potenziale ausgeschöpft, die es hier gebe, "hat Marktredwitz durchaus eine aufstrebende Zukunft", verdeutlicht der 18-Jährige. Dazu müsste sich die Region jedoch nach außen besser darstellen als bisher, verordnet der Jungbürger "den Leuten in der Region, die als pessimistisch gelten".
Stärken und Schwächen, Chancen und Gefahren hat der Abiturient herauskristallisiert, um einen Weg für die positive Entwicklung der Stadt aufzuzeigen - aus seiner Sicht und der vieler anderer junger Menschen auch. Wohlwissend um die bedrohliche Finanzlage der Stadt, die Maximilian als Versorgungszentrum und bedeutenden Bildungs- und Erziehungsstandort bezeichnet, könne der Ort an der Peripherie Bayerns die negative Bevölkerungsentwicklung nur stoppen, wenn investiert wird. "Die Einrichtung einer Hochschule ist von höchster Priorität, um junge Menschen in die Stadt zu locken." Eminent wichtig sei die Ansiedlung neuer Unternehmen, damit vermehrt junge Familien hierher ziehen.
Damit sich diese in der Region auch wohlfühlen, bedürfe es der Erweiterung kultureller Einrichtungen. So würde nach Ansicht Maximilians der Ausbau der Glasschleif zur Mehrzweckhalle die Attraktivität der Stadt heben. Um dem Tourismus künftig eine stärkere Bedeutung zukommen zu lassen, "muss sich die Region als Ganzes vermarkten", fordert der Abiturient. Immerhin gebe es ein breitgefächertes Angebot - von den Porzellanmuseen bis hin zum Skifahren, Golfen und Klettern.
"Die Stadt sollte sich als touristenfreundlicher, lebensfroher Platz einen Namen machen", findet Maximilian Seidel. "Mit dem Auenpark ist bereits eine Grundlage dafür geschaffen." Als Einzelhandelsstandort besitze Marktredwitz "gutes Potenzial, wenn auch mit vermehrter Konkurrenz durch Selb, Asch oder Internetverkauf zu rechnen ist". Der junge Mann ist der Überzeugung, "dass die Stadt keine negative Zukunft vor sich hat, wenn neue Projekte und die Weiterentwicklung diese als wesentliche Faktoren beeinflussen".
Max Wittmann, Geschäftsführer der Stewog, lobte das Engagement des jungen Marktredwitzers: "Die Oberbürgermeisterin und der Stadtrat stehen der Auseinandersetzung mit der Entwicklung sehr aufgeschlossen gegenüber."
Unterstützt wurde der 18-Jährige bei seiner Facharbeit durch die Lehrer des Otto-Hahn-Gymnasiums, Sebastian Macht und Andreas Vogel. Vogel betonte, sein Schüler habe statistisch gearbeitet und dazu beigetragen, "dass sein Heimatort positiv dargestellt wird". Wer die Natur schätzt, so der Studienrat, der selbst aus der Fremde nach Marktredwitz gekommen war, bleibe gerne hier. "Daher glaube ich auch, dass Maximilian nach seinem Studium wieder in seine Heimatstadt kommen wird." Von Peggy Biczysko
FRANKENPOST 27.03.2010