Schüler bauen an Europas Zukunft

24 Gastschülerinnen und Gastschüler haben in den vergangenen zehn Monaten Deutschland kennengelernt. Foto: H. S.

24 junge Tschechen nehmen nach zehn Monaten Schulbesuch in bayerischen Gymnasien Abschied.
Der Gesamt-Präsident der Euregio Egrensis, Neustadts Landrat Simon Wittmann, nannte den Schüleraustausch bei der Verabschiedung der Jugendlichen im Egerland-Kulturhaus eine der vornehmsten Aufgaben der Euregio. Zu der Verabschiedung hatte Oberbürgermeisterin Dr. Birgit Seelbinder neben den Schülern auch ihre Gasteltern und Vertreter der Gymnasien von Amberg über Weiden, Neustadt, Marktredwitz, Wunsiedel bis Hof willkommen geheißen. Nach einem Jahr in einem anderen Land mit anderer Sprache seien aus den Jugendlichen selbstbewusste Erwachsene geworden, die frei ihre Meinung vertreten, sagte sie. Sie hätten viele Freunde in Deutschland gefunden und damit zu einem besseren Verständnis der beiden Völker beigetragen.
Eine Fahrt nach Berlin und eine Diskussion mit der SPD-Abgeordneten Petra Ernstberger hätten gezeigt, dass sie nicht nur große sprachliche Fortschritte gemacht hätten. Auch bei einem Besuch in München bei der Ministerin für Europaangelegenheiten, Emilia Müller, wurden kritische Fragen gestellt. Ein Besuch im Generalkonsulat der Tschechischen Republik in München rundete die Fahrt in die Landeshauptstadt ab. Noch in diesem Monat legten die Jugendlichen an ihren Gastschulen die Sprachprüfung "Test Deutsch als Fremdsprache" ab und schafften damit die Voraussetzung für ein Studium in Deutschland, freute sich Seelbinder. Eine ehemalige Gastschülerin aus Tschechien habe sogar die Traumnote 1,2 beim Abitur geschafft. "Ihr habt mit diesem Jahr den Grundstein einer internationalen Karriere gelegt."
Euregio-Gesamtpräsident Simon Wittmann nannte den Schüleraustausch eines der vornehmsten Projekte der Euregio Egrensis. Sprachkompetenz führe auch zu interkultureller Kompetenz, sagte er. Mit dem Austausch hätten die Jugendlichen einen Grundstein für das künftige Europa gelegt.
Projektleiter Alexander Dietz stellte anschließend die Gastschüler und die betreuenden Lehrer vor und bedankte sich bei den Gasteltern. 16 Jugendliche wohnten bei Gastfamilien, acht in Schülerheimen oder Wohnheimen. An drei Gymnasien wurde im vergangenen Jahr eine Sprachanimation durchgeführt, um in Bayern für die tschechische Sprache zu werben. Interessant auch eine Umfrage unter den Schülern: Schüler, die mit Vorurteilen gekommen waren, wurde eines Besseren belehrt, Deutsche sind über Tschechien allerdings schlecht informiert, und 15 Gastschüler kreuzten bei der Frage, wie es ihnen gefallen habe, "sehr gut" an. Herbert Scharf
FRANKENPOST 09.07.2010

 

sitemap | © in 2012 Otto-Hahn-Gymnasium Marktredwitz