Freudige Gesichter bei der Übergabe der Geobasisdaten: (von links) Schulleiterin Gertraud Nickl, Lothar Sack vom Vermessungsamt Wunsiedel und Geo-Fachberater Andreas Voge
Neue Wege in Sachen Geografie im Unterricht kann in Zukunft das Otto Hahn-Gymnasium beschreiten.
Laut einer Rahmenvereinbarung zwischen der Bayerischen Vermessungsverwaltung und dem Bayerischen Kultusministerium im August 2008 wird allen interessierten Schulen in Bayern die Möglichkeit geboten, Geobasisdaten auf Anfrage kostenfrei anfordern zu können. Das umfassende Paket enthält amtliche topografische Karten, Höhenlinienkarten und Flurkarten in digitaler Form. Darüber hinaus erhalten die Schulen auch Zugang zu den aktuellen Geobasisdaten wie zum Beispiel den "Bayern-Viewer", mit dem man seine Heimatgemeinde aus der Vogelperspektive auf aktuellen Luftbildern betrachten kann. Auch eine historische Ortskarte ist Bestandteil des Pakets.
Lothar Sack, Leiter des Vermessungsamtes Wunsiedel, überreichte am Freitag das Geobasisdaten-Paket an die Leiterin des Gymnasiums, Gertraud Nickl. Die Übergabe nahm Lothar Sack gleichzeitig zum Anlaß, die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten des Paketes zu beschreiben. Geodaten seien Daten, die einen Raumbezug hätten, erläuterte er. Sie seien somit die Grundlage für die Erstellung analoger und digitaler Karten ebenso wie für Navigationssysteme.
Geodaten könnten aber noch mehr, merkte Sack an. Als Grundlage für einen anschaulichen und durch Beispiele lebendigen Heimat-, Erdkunde- und Geografie-Unterricht seien sie ebenso einsetzbar wie im Mathematikunterricht. Für Schüler, so Sack, stellten sie weiterhin einen Anreiz dar, sich mit der eigenen Heimat zu beschäftigen, deren Eigenheiten sich in unterschiedlichster Weise in den verschiedenen Kartenwerken, den Luftbildern und dem Geländemodell widerspiegeln.
Auch der Fachberater für Geologie am Gymnasium, Andreas Vogel, fand es ganz toll, was der Schule hier in die Hand gelegt bekomme. Auch er schilderte die vielseitigen Nutzungsmöglichkeiten durch die Schüler G. Rasp
FRANKENPOST 18.01.2010
Ab sofort haben die Lehrkräfte am Otto-Hahn-Gymnasium die Möglichkeit für einen praxisnahen Unterricht auf die neuesten Geobasisdaten zurück zu greifen. Ermöglicht wird dies durch eine Rahmenvereinbarung, die von der Bayerischen Vermessungsverwaltung und dem Bayerischen Kultusministerium im August 2008 geschlossen wurde. Die Daten übergab nun der Leiter des Vermessungsamtes Lothar Sack an Schulleiterin Gertraud Nickl und Andreas Vogel, den Fachbetreuer „Geographie“ am Otto-Hahn-Gymnasium. Das kostenfreie Paket enthält die amtlichen topographischen Karten und die Flurkarten in digitaler Form, Orthophotos, Höhenlinienkarten und Geländemodelle. Die Maßstäbe der Karten, zu denen auch historische Ortskarten gehören, reichen dabei bis zu einer Größenordnung von 1:500 000. Die Daten haben einen Raumbezug und können als Grundlage für einen anschaulichen und durch Beispiele lebendigen Heimat- und Sachkunde-, Erdkunde- und Geografieunterricht, aber auch Mathematikunterricht dienen, erklärt Lothar Sack. Auch Andreas Vogel weiß um den „wahnsinnigen Materialfundus“ den die Schule durch die Geodaten erhält: „Im Unterricht können nun beispielsweise problemlos Nutzungsflächen ausgewertet und Stadtentwicklungen dargestellt werden.“ Auch Geoinformationssysteme(GIS) können nun in der Schule Einzug erhalten und in wissenschaftspropädeutischen oder praxisnahen Seminaren in der Oberstufe angeboten werden. Die speziellen Einsatzgebiete im Unterricht seien dabei sehr vielfältig, so Vogel. Vorstellbar seien Gruppenarbeiten an einzelnen Ausdrucken, aber auch direktes Arbeiten an den digitalen Karten im Computerraum. Auch die bereits im Geographieraum installierte digitale Tafel, das sogenannte Smartboard mit Touchscreen, könne nun noch intensiver genutzt werden. „Die alten Karten zum Aufhängen werden in den nächsten Jahren mehr und mehr zu Auslaufmodellen“, ist sich Vogel sicher. In einem weiteren Punkt waren sich die Vertreter der Schule und des Vermessungsamtes einig: Mit der Nutzung der Geodaten sollte es gelingen, junge Menschen für ihre Heimat zu interessieren und sie gleichzeitig fit für die Arbeitswelt beziehungsweise das Studium zu machen.
Torsten Ernstberger
NEUER TAG 19.01.2010