Fachleute sprachen im Seminar für katholische Religionslehre am Otto-Hahn-Gymnasium über Ethik und Ökonomie: vorne Helga Huber-Kamenik, links Studiendirektor Norbert Leeb
Sachkundige Partner von außen müssen in der neugestalteten Oberstufe des G 8 im Rahmen der Projektseminare gesucht werden. Das Ziel ist dabei, die angehenden Abiturientinnen und Abiturienten schrittweise an die Praxis heranzuführen. Studiendirektor Norbert Leeb vom Otto-Hahn-Gymnasium führt in katholischer Religionslehre ein Seminar durch mit dem Thema „Grundfragen des Menschseins“.
Helga Huber-Kamenik, die Vorsitzende der Hospiz-Initiative Fichtelgebirge, berichtete in der Schule über ihre Tätigkeit als Begleiterin für Schwerstkranke, Sterbende und deren Angehörige. „Man soll den Tagen Leben geben, nicht dem Leben Tage“, umriss sie das Ziel der Sterbebegleitung. Es sei wichtig, sich Zeit zu nehmen für sterbende Menschen, da diese einen „sechsten Sinn“ für gehetzte Angehörige und Hospizarbeiter entwickeln würden. Obwohl die Mitarbeiter ehrenamtlich tätig seien, sei die Hospizbewegung auf Spenden angewiesen, deckten diese doch 90 Prozent des Etats. Wichtiger als finanzielle Aspekte sei jedoch das Bemühen, den mit dem Tod konfrontierten Menschen Lebensfreude zu schenken.
Über wirtschaftliche Aspekte des Krankenhausbetriebes sprach Alexander Meyer, der stellvertretende Geschäftsführer des Klinikums Fichtelgebirge. Anhand eines Informationskataloges erläuterte er Abrechnungsmechanismen für verschiedene Fallpauschalen. Dank der beiden externen Partner bekamen die Teilnehmer des Seminars Einblicke in das Spannungsfeld zwischen Ethik und Ökonomie im Gesundheitswesen. Angeregte Diskussionen folgten den jeweiligen Ausführungen. Alfons Prechtl
FRANKENPOST 31.05.2010