von links: Oberstudiendirektorin Gertraud Nickl überreicht Dr. Gerald Donnert für seinen Vortrag ein kleines Gastgeschenk, rechts Oberstudienrat Siegfried Bleier.
Es gibt wohl für Schüler nichts Motivierenderes, als dass ein Ehemaliger an seine frühere Schule zurückkehrt und berichtet, wie er sich im „wirklichen Leben“ entwickelt hat. Was konnte er von all dem gebrauchen, das er in der Schule gelernt hatte? Konnte er seine Ziele, Wünsche, Visionen umsetzen? Welche Ratschläge kann er an die jetzigen Schüler weitergeben?
Nach Oberarzt Dr. Jens Meier von der Johann Wolfgang Goethe Uni-Klinik in Frankfurt am Main konnte OStR Siegfried Bleier Dr. Gerald Donnert für einen Vortrag vor dem Physik Leistungskurs gewinnen. 1997 legte Dr. Donnert sein Abitur am Otto-Hahn-Gymnasium Marktedwitz ab. Danach studierte er Diplom-Physik an der Universität Bayreuth und promovierte bei dem renommierten Professor Dr. Stefan Hell in Göttingen. Dr. Hell gelang es mit der Entwicklung des STED-Mikroskops, die herkömmlich auf eine halbe Lichtwellenlänge (ca. 200 Nanometer) begrenzte Auflösung im Fluoreszenz-Mikroskop zu überwinden. Dies galt seit den Arbeiten von Ernst Abbe (1873) als de facto unmöglich. Dafür erhielt Dr. Hell 2006 den 10. Deutschen Zukunftspreis und 2009 den Otto-Hahn-Preis.
Dr. Donnert stellte die Physik als sehr breites Berufsfeld vor. Ein wichtiger Schwerpunkt im Studium sei es, Methoden zur Problemlösung kennen zu lernen, die später im Berufsleben auf die vielfältigsten Situationen angewandt würden: ein Problem werde in seine zentralen Aspekte zerlegt, ein Modell werde entwickelt und durch Simulationen würden Ergebnisse und Vorhersagen gewonnen, die in die Sprache des Ausgangsproblems „zurück übersetzt“ würden. Dadurch reicht das Berufsspektrum des Physikers von seiner Fachwissenschaft, über Medizin, Wirtschaft, Versicherungswesen in nahezu alle modernen Berufsfelder.
Wer heute in Physik promovieren wolle (Dauer etwa drei bis fünf Jahre), sollte sich ein Thema aussuchen, das auch in der Industrie Anwendung findet. Durchhaltevermögen und systematisches Vorgehen sind unerlässliche Garanten des Erfolgs.
Seit über drei Jahren arbeitet Dr. Donnert bei der international auftretenden Mc Kinsey Unternehmensberatung. Seine Arbeit besteht darin, aus der unabhängigen Sicht eines Außenstehenden und auf der Basis breiter theoretischer Kenntnis und praktischer Erfahrung die Unternehmensführung bei Problemlösungen zu unterstützen.
Siegfried Bleier
FRANKENPOST 05.08.2010