Der Religionskurs der Oberstufe des Otto-Hahn-Gymnasiums setzte sich an Ort und Stelle im Geburts- und Wohnhaus der Therese Neumann mit den Ereignissen auseinander. Das Haus ist heute zu einem Dokumentationszentrum umgestaltet.
Der Lehrplan für Gymnasien sieht in der Oberstufe für katholische Religionslehre die Beschäftigung mit außerordentlichen Gotteserfahrungen vor. Grund genug für den Kurs der Q11 am Otto-Hahn-Gymnasium, den Unterricht nach Konnersreuth zu verlegen. Es ging darum, sich an Ort und Stelle mit dem Leben und dem Wirken der Therese von Konnersreuth, bekannt unter der Bezeichnung „Resl von Konnersreuth“, zu beschäftigen Der Besuch im Geburts- und Wohnhaus, das in der Zwischenzeit als Dokumentationszentrum hergerichtet ist, in der Pfarrkirche und im Friedhof bot die beste Gelegenheit , sich intensivst mit der Thematik und diesem Phänomen auseinander zu setzen.
Kursleiter Studienrat Markus Dumler, der die Teilnehmer schon mit einem Film vorbereitet hatte, konnte am Kircheneingang und am Dokumentationszentrum Studienrätin Cornelia Dietz begrüßen. Sie unterrichtet selbst am Otto – Hahn – Gymnasium und gilt als ausgezeichnete Kennerin der Geschehnisse. Sie führte die Kollegiatinnen und Kollegiaten in die Thematik ein, erläuterte mit Sachverstand die Ereignisse und stellte sich anschließend den Fragen der Teilnehmer. Cornelia Dietz sprach besonders die Stigmatisation, die Nahrungslosigkeit, aber auch das wohltätige Verhalten von Therese Neumann an. Größtenteils habe sie ein bescheidenes, wenn nicht sogar ein hartes Leben geführt. Sie selbst war zu keinem Zeitpunkt an einer Aufmerksamkeit interessiert. In Details schilderte die Referentin gerade die Ereignisse an den Freitagen in der Fastenzeit; Ausstellungsstücke von den blutgetränkten Tüchern und Photos unterlegten die Ausführungen. Die Nahrungslosigkeit über einen großen Zeitraum hinweg ist bis heute ein Phänomen, das medizinisch und biologisch nicht erklärt werden kann, trotzdem war es vorhanden.
Die Kollegiatinnen und Kollegiaten zeigten reges Interesse, war dies doch für sie Neuland und kannten sie die Ereignisse nur vom Hörensagen her. Vor allem wollte man wissen, wie der Vorgang eines Seligkeits- und Heiligkeitsprozesses vor sich geht. Die Studienrätin erläuterte, dass dies über Regensburg nach Rom gehe und der Ortspfarrer mit dem Sammeln und weiterem Ergründen des Lebens von Therese Neumann beauftragt sei. Bischof Gerhard Ludwig Müller habe bereits 2005 den Seligsprechungsprozess eröffnet. Man wolle in der Sache nichts überstürzen, denn die Kirchengeschichte zeige, dass derartige Phänomene ihre Zeit brauchen. Natürlich müsse man sich auch mit den Kritikern auseinandersetzen, deren gemeinsames Merkmal ist, dass sie die Frau meist nie persönlich gesehen haben. Zur Zeit, so Cornelia Dietz, sei es um sie aber sehr stille geworden. Ein wichtiges Kriterium, um schließlich in Rom erfolgreich zu sein, sei die Akzeptanz in der Bevölkerung; und hier könne man äußerst positive Nachrichten vermelden.
Zum Schluss wurde noch erläutert, dass Konnersreuth und die Umgebung der Therese Neumann sehr vieles zu verdanken habe. Cornelia Dietz würdigte den Einsatz für das Anbetungskloster mit Altenheim in Konnersreuth selbst und ihren Einsatz für die Spätberufenenschule in Fockenfeld. Obwohl das ganze Jahr über sehr viele Besucher ans Grab kämen, möchte man einen richtigen „Resltourismus“ vermeiden, denn dies sei der Sache nicht förderlich. Diejenigen, denen die Sache eine Herzensangelegenheit sei, hätten sich im „Konnersreuther Ring“ zusammengeschlossen; dort werden alle Informationen gesammelt,
in Ruhe geprüft und dann weitergeleitet.
FRANKENPOST 31.07.2010