Latein lebt – trotz vieler Leichenreden

Marktredwitz.- Schülerinnen und Schüler der Klassen 9 – 13 des Otto-Hahn-Gymnasiums waren nach dem Vortrag von Professor Wilfried Stroh zum Signieren gekommen.

Eigens aus Freising angereist war Professor Wilfried Stroh, um vor rund 200 Lateinschülern der Klassen 9 – 13 am Otto-Hahn-Gymnasium auf Einladung der Fachschaft Latein einen Vortrag zu halten. Als Grundlage seines Vortrages diente dem Professor der klassischen Philologie sein Buch „Latein ist tot, es lebe Latein!“, das er im vorigen Jahr veröffentlichte und allmählich zum Bestseller auf diesem Gebiet wird.
Studienrat Markus Dumler stellte den Referenten vor: Seit 1976 bis zu seiner Emeritierung 2005 war Wilfried Stroh ordentlicher Professor an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Der Professor ist unter anderem für seine Bemühungen um das Latein als lebendige Sprache bekannt.
Der Referent kam sofort zur Sache, indem er aus dem Gedächtnis verschiedene Passagen lateinischer Texte rezitierte. Er sprach davon, dass Latein heute einen Boom verzeichne, was in den verschiedensten Formen der Presse, des Rundfunks, der Werbung, des Films und des Fernsehen zum Ausdruck kommt. Wie lebensnah das Latein ist, zeigte der Professor den Zuhörern, indem er willkürlich zehn Zeilen der Tagesausgabe der Süddeutschen Zeitung über den Klimagipfel in Kopenhagen vorlas und nicht weniger als zehn Ursprungswörter aus dem Griechischen oder Lateinischen nachwies. Er zitierte auch Günter Jauch, der meinte, wer eine Million gewinnen wolle, müsse Latein können.
In seinen Kernaussagen zu dem Thema „Latein ist tot, es lebe Latein“ wies der Professor nach, dass diese Sprache seit ihrer Entstehung schon fünfmal gestorben sei, aber trotzdem immer wieder neues Leben bekam. Alle Leichenreden habe diese Sprache siegreich überstanden. Mit einem Gang durch die Geistes- und Literaturgeschichte wurden Beweise für diese Behauptung geliefert.
Der Grund, dass Latein alle Anfechtungen überlebt habe und deshalb lebe, ist wohl in der Tatsache zu suchen, dass sich die Sprache seit nunmehr 2000 Jahren nicht mehr verändert habe. Professor Stroh sprach vom „Zauber der Sprache“, den das Latein ausübe. Deshalb gewinne das „tot“ den Charakter des Unveränderlichen.
Die Studienreferendarinnen Christina Hofmann und Verena Loy dankten dem Referenten und überreichten ein Erinnerungsgeschenk.
Alfons Prechtl
FRANKENPOST 24.12.2009

 

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