Warum Gott lässig in den Wolken lehnt

Bild sieben zeigt den Tag sieben - die biblische Geschichte von Adam und Eva

"Warum lehnt Gott lässig in den Wolken, warum sitzt er mit Fernglas da?" - Antworten auf diese Fragen geben sieben Bilder, die seit Osterferienbeginn am Eingang zum Sekretariat und zum Lehrerzimmer des Otto-Hahn- Gymnasiums hängen.
In einem fächerübergreifenden Projekt haben Schülerinnen und Schüler der Klasse 8 e sieben Objekte geschaffen, deren Grundlage der Schöpfungsbericht des biblischen Buches Genesis ist. Fachbetreuer Alfons Prechtl und Kunstlehrerin Maria Sertl haben das Projekt initiiert, Margit Stark (evangelische Religionslehre) und Markus Dumler (katholische Religionslehre) haben die formalen, inhaltlichen und theologischen Grundlagen mit den Schülerinnen und Schülern besprochen.
Auf einer Größe von 60 mal 100 Zentimetern werden die einzelnen Schöpfungstage dargestellt. Die sieben Werke bilden eine Einheit. Als einheitsstiftendes Element wurde die an gotische Glasfenster angelehnte Facettierung der Farbflächen gewählt. So wurden die Bildmotive in geometrische Formen zerlegt und große Farbflächen durch Tonunterschiede in den benachbarten Facetten belebt. Während gotische Glasfenster ihre Bildwelten durch das Sonnenlicht zum Erstrahlen bringen, ist dies auf der mit Acrylfarbe bemalten Leinwand nicht möglich. Dennoch soll die optische Verbindung zu den Glasfenstern deutlich gemacht werden. Jedes Bild enthält eine umfangreiche Beschreibung. So heißt es zum vierten Bild (vierter Tag): "Lichter sollen am Himmelsgewölbe sein. Die größeren Lichter sollen über den Tag herrschen und die kleineren über die Nacht. Sie sollen zur Bestimmung von Festzeiten, von Tagen und Jahren dienen. Die Gestirne des Himmelsgewölbes sind das Motiv des vierten Bildes. Während der Tag von dem oberen, heller dargestellten Bildteil präsentiert wird, zeigt die untere Bildhälfte die Nacht, die von kleineren Lichtern, hier den Sternen, besiedelt wird. Auf diesem Entwurf wird die Bildaussage vor allem durch Helligkeitsabstufungen dargestellt, obwohl das Firmament die gesamte Bildfläche umspannt. Blickt man auf das Gemälde, schaut man in den Himmel, der synchron die Tages- und Nachtzeit vereint präsentiert."
Zur offiziellen Eröffnung der Ausstellung begrüßte Schulleiterin Gertraud Nickl zahlreiche Gäste. Unter ihnen waren auch Rabbiner Daniel Goldberg aus Hof, Hoca Tacettin Konsizoglu und Celal Oeztuerk von der islamischen Gemeinschaft, Dekan Edmund Prechtl von der katholischen Konfession und Christoph Schmidt von der evangelischen Kirchengemeinde. Die Schulleiterin wies auf die große Bedeutung des Schöpfungsthemas hin. Fachbetreuer Studiendirektor Alfons Prechtl unterstrich die Bezogenheit der Religionen und der Künste. Sie seien die Sprache, in denen die Religion zum Ausdruck bringe, was man sonst nicht aussprechen könne.
Kunstlehrerin Maria Sertl lobte die Arbeitsweise der Klasse 8 e. Ein Bläserensemble unter der Leitung von Studienrat Florian Simeth und der Grundkurschor unter der Leitung von Studiendirektor Werner Stehbach sorgten für die Musik. Alfons Prechtl
FRANKENPOST 06.04.2010

 

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