Können schon für die Jahrgänge elf und zwölf planen: Schüler aus den zehnten Klassen.
Die Qual der Wahl haben derzeit 120 Schülerinnen und Schüler der zehnten Klassen des Otto-Hahn- Gymnasiums. Sie müssen sich für ein sogenanntes P- und W-Seminar in der elften und zwölften Jahrgangsstufe entscheiden. W steht für "wissenschaftspropädeutisches" und P für "praxisorientiertes" Seminar, das die neueingeführte Oberstufe im G 8 von jedem Teilnehmer verlangt. Schulleiterin Gertraud Nickl freut sich, dass im "P-Bereich" die Lehrer immerhin zwölf Angebote gemacht haben, von denen entsprechend der Schülerzahlen acht Seminare laufen können. Informationen auf der Home-Page der Schule sollen den Eltern helfen, ihren Kindern zur Seite zu stehen.
Das Angebot in den P-Seminaren ist vielfältig. Die Lehrer mussten detailliert ausgearbeitete Vorschläge unterbreiten und in einer Präsentation das jeweilige Thema vorstellen.
Studienrätin Mary Möller wählte als Rahmenthema "Theaterwerkstatt" im Fach Deutsch. Als mögliche außerschulische Partner sind eine Schreinerei und das Theater Hof vorgesehen. Im Fach Geschichte bietet die gleiche Lehrerin das Thema "Das Egerland während und nach der Vertreibung" an. Hier möchte man auf die Erfahrungen und Kenntnisse des Egerland-Kulturhauses, dem Stadtarchiv Marktredwitz, auf Zeitzeugen und dem historischen Institut der Universität Jena zurückgreifen.
Lehrer Sebastian Macht bietet im Fach Geschichte zwei Projekte an: einmal "die Vermarktung des Fichtelgebirges - Konzepterstellung für eine Homepage" und "Der Übergang des Marktes Redwitz an Bayern 1816". Während im ersten Thema die Wirtschaftsjunioren Fichtelgebirge und das Landratsamt, die Stadt- und Gemeindeverwaltungen der Region Fichtelgebirge als externe Partner vorgesehen sind, werden im zweiten Thema Kontakte zum Stadtarchiv, dem evangelischen Pfarrarchiv und der Stadtverwaltung Marktredwitz geknüpft.
In ein ähnliches Thema steigt auch Studienrat Markus Hartung im Fach Informatik ein. Er hat als Projektthema "Promotion des Fichtelgebirges" gewählt. Die inhaltliche Gestaltung, Planung und Vermarktung einer kombinierten Kultur- und Erholungsreise in den Süden Italiens möchte Studienrat Markus Dumler im Fach Latein aufarbeiten. Durch die gezielte Einbindung außerschulischer Projektpartner (Reisebüros, katholische Erwachsenenbildung, Volkshochschule) werden realitätsnahe Einblicke in die Welt der Tourismusbranche und speziell des kulturellen Tourismusmanagements möglich. Lateinkenntnisse sind dabei nicht erforderlich.
Der katholische Religionslehrer Jürgen Herr und Musiklehrer Andreas Krauß möchten ein Jesus-Musical erarbeiten lassen. Natürlich soll das Musical dann auch umgesetzt und aufgeführt werden. Eine Teilnahme evangelischer Schülerinnen und Schüler ist nicht nur möglich, sondern ausdrücklich erwünscht. Dadurch soll gerade der ökumenische Geist sichtbar werden. Teilnehmer mit solistischen, gesanglichen und tänzerischen Fähigkeiten sind besonders gefragt. Als Präsentationsorte sind die Herz-Jesu-Kirche und die Schule vorgesehen.
Eine umfassende Auseinandersetzung mit dem Thema Architektur wünscht sich Oberstudienrat Fred Buchka im Fach Kunst. Er bietet deshalb das Thema "Planung und Bau eines schuleigenen Pavillons". Die Beziehungen zu Architekten, Maurern, Zimmerermeistern und Baugenehmigungsbehörden sind deshalb gefragt. Das Fach Physik, vertreten durch Diplom-Physiker Martin Doleschal, möchte die Schüler für "die Konzeption und den Bau eines RCL (ein über das Internet ferngesteuertes Experiment) zur Untersuchung von Federkräften" begeistern. Die Firma Scherdel als externer Partner ist dabei mit im Boot. Studienrätin Cornelia Dietz hat die Konzeption und Organisation eines Seminars "Europäische Union" im Programm. Die Euregio Egrensis, das Ost-West-Kompetenzzentrum und weitere Europäische Organisationen dienen zur Unterstützung.
Studienrätin Nicola Hüttel plant im Fach Sport "Gesundheitstage". Ziel ist es, ein Konzept für die Unter- und Mittelstufe zur Durchführung eines Gesundheitstages zu erarbeiten und es in die Praxis umzusetzen. Öffentliche Institutionen (Sanitätsdienst), Sportvereine, Krankenkassen, Ärzte und andere sollen dabei helfend mitwirken.
Alfons Prechtl
FRANKENPOST 19.02.2010