Mit der Sprache das Land besser erkunden

Die beiden tschechischen Gastschülerinnen Regina Zitkova aus Tachau und Sabina Hornackova aus Eger/Cheb erzählen ihren Mitschülern etwas über ihre Heimat.

Bereits seit 1995 organisiert die Euregio Egrensis die Aufenthalte von tschechischen Gastschülern in der Region. Derzeit ist der Austausch noch zum größten Teil eine Einbahnstraße. Nun versucht die Euregio aber auch, Kurzaufenthalte von deutschen Schülern an Schulen in Tschechien interessanter zu machen. Außerdem soll durch Sprachanimationskurse das Interesse der Jugendlichen an dem Nachbarland geweckt und verstärkt werden.
Bei einem Besuch im Marktredwitzer Otto-Hahn-Gymnasium informierten sich die Vorsitzende der Euregio Egrensis, Dr. Birgit Seelbinder, und Euregio-Geschäftsführer Harald Ehm über die Sprachanimation. Mit dabei waren auch die beiden Gastschülerinnen aus Eger und Tachau, Sabina Hornackova und Regina Zitkova, die beide ein ganzes Schuljahr lang die zehnte Klasse des OHG besuchen, bei Gastfamilien untergebracht sind und so Land und Leute bestens kennenlernen.
Im OHG bringt Sprachanimateur Alfons Reger, von Beruf Polizeibeamter, den Schülern in zwei Schulstunden einige Grundbegriffe der tschechischen Sprache bei. Alleine ein tschechischer Gruß oder eine Bestellung in einem Lokal beseitige schon Barrieren, sagte er. Mit verwandten Worten, Sprachbildern und -schildern bringt der Lehrer den Jugendlichen nicht nur die tschechische Sprache näher. Er geht auch auf die Geschichte, die Geografie und andere Besonderheiten des Nachbarlandes ein. Und auch die beiden tschechischen Gastschüler erzählen so manches aus ihrer Heimat, was den Unterricht auflockert.
Bei dem Besuch im OHG bedankte sich Seelbinder besonders bei der Oberstudiendirektorin Gertraud Nickl und der Betreuungslehrerin Mary Möller, die sich besonders um den Schüleraustausch kümmere und den Austausch mit einem Gymnasium in Prag betreue. Sie wies darauf hin, dass gegenseitige Schülerbesuche zu einem besseren Verständnis und dem Zusammenwachsen Europas beitrügen. Leider sei der Schüleraustausch auch nach 15 Jahren noch immer eine Einbahnstraße. Es bestehe aber für deutsche Schüler auch die Möglichkeit, nur etwa zwei Wochen an einem Gymnasium in Tschechien zu gastieren, was von der Euregio Egrensis gefördert werde.
Euregio-Geschäftsführer Harald Ehm wies darauf hin, dass die Sprachanimation an elf Schulen in acht Städten laufe: in Amberg, Neustadt, Marktredwitz, Wunsiedel, Selb, Pegnitz, Bayreuth und Hof. Im November 2005 gestartet, wolle man mit der Sprachanimation erreichen, dass mehr Menschen im Grenzraum die Sprache des Nachbarlandes lernten. Ab dem Jahr 2011 könnten sich im Grenzraum Arbeitnehmer aus Tschechien und Deutschland gleichermaßen um Arbeitsplätze bewerben. Da sei die Sprache des Nachbarlandes ein dicker Pluspunkt in der Bewerbung. Schon heute fragten Arbeitnehmer, die grenzübergreifend tätig sind, nach tschechischen Sprachkenntnissen.
Wer sich für ein Gastschuljahr oder auch nur ein kurzes Hospitieren in einer tschechischen Schule interessiert, kann sich bei der Euregio Egrensis unter www.euregio-egrensis.de näher informieren. Herbert Scharf
FRANKENPOST 05.02.2010

 

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