Ganz besonderen Herausforderungen stellen sich 28 Teilnehmerinnen und Teilnehmer des diesjährigen Ferienseminars für hochbegabte Gymnasiasten aus Oberfranken: Sie werden sich mit Grenzen beschäftigen, die den Menschen per se gesetzt sind, aber auch „Grenzüberschreitungen“ kennen lernen, die die Mensch vorangebracht haben. Neben kulturwissenschaftlichen, medizinischen und künstlerischen Herausforderungen bieten naturwissenschaftliche und philosophische Fragen den Seminarteilnehmern für eine Woche ein breites Aktionsfeld.
Für Petra Stöckert vom Otto-Hahn-Gymnasium in Marktredwitz beginnen deshalb die diesjährigen Sommerferien auf ganz außergewöhnliche Weise. Sie gehört zu den 28 Schülerinnen und Schülern aus Oberfranken, die das bayerische Kultusministerium eingeladen hat, am „Ferienseminar für besonders begabte und vielseitig interessierte Schüler“ im Schülerheim des Gymnasiums Pegnitz teilzunehmen. Dort treffen sich in der ersten Ferienwoche zum 25. Mal Schülerinnen und Schüler der 11. Jahrgangsstufe.
Mit dieser Einladung würdigt das Kultusministerium die herausragenden Leistungen Petra Stöckerts. Sie wurde zu Beginn des Schuljahres von der Schulleitung des Otto-Hahn-Gymnasiums für die Teilnahme am Seminar vorgeschlagen. Dies geschah nicht nur wegen überragender Noten, sondern auch angesichts überaus vielseitiger Interessen. Dass die Schulleitung eine gute Wahl getroffen hat, steht außer Zweifel:
Petra Stöckert, Q11, zeigt seit Jahren herausragende Leistungen und bringt sich ideenreich in die Projekte der schuleigenen Hochbegabtenförderung ein. Als Violoncellistin ist sie eine wichtige Stütze des Schulorchesters. Auch im Fach Kunst erhielt sie mehrfach Auszeichnungen im Rahmen des „Europäischen Wettbewerbs“. Auch im sozialen Bereich leistet sie einen wichtigen Beitrag für ihre Schule, z. B. als Jahrgangssprecherin oder durch ihr Engagement in der Schülernachhilfe.
Das Seminar bedeutet eine Anerkennung für Leistung und Engagement. Es soll zudem Interessen fördern und neue Horizonte eröffnen. Deshalb steht im Mittelpunkt des Programms die Auseinandersetzung mit Themen, Persönlichkeiten und Institutionen aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Kultur.
Die Auseinandersetzung mit Außergewöhnlichem und die Wahrnehmung von Grenzen bilden den Fokus des diesjährigen Programms. Die Schüler diskutieren mit Professor Richter von der Universität Bremen über den Umgang des Menschen mit den Kräften der Natur am Beispiel des Vesuv. Literarische Grenzerfahrungen stehen im Zentrum eines Theater-Workshops mit dem Regisseur und Schauspieler Jan Burdinski. Außergewöhnliches zeigt sich den Teilnehmern bei naturwissenschaftlichen Experimenten mit dem Biologen Dr. Keller vom Gymnasium Pegnitz und dem fächerübergreifenden Vortrag des Neurologen Professor Rieckmann aus Bamberg: "Denken, Fühlen, Führen - Was können wir von der Funktionsweise des Gehirns für die erfolgreiche Unternehmensführung lernen?" -Spannende Antworten sind zu erwarten. Aber auch Landes-Grenzen werden überschritten, wenn das Seminar die Kulturlandschaft Oberfrankens bereist und dabei auch historische Wurzeln im nahe gelegenen Cheb/Eger erkundet.
Da das Seminar auf Vielseitigkeit angelegt ist, werden sich die Schülerinnen und Schüler zudem wirtschaftlichen, technischen sowie Themen der Studien- und Arbeitswelt widmen, indem sie das Managementkonzept der KSB in Pegnitz, die Studienmöglichkeiten an der Universität Bayreuth sowie das Tätigkeitsfeld von Journalisten kennen lernen. Sicherlich einen Höhepunkt bildet der Besuch des Theaterstückes „Der Fall Judas“ von Walter Jens in der Aufführung mit dem Hofer Schauspieler Peter Kampschulte im Schülerheim des Gymnasiums. Aber auch ein Workshop mit dem bayerischen Meister im Poetry Slam, Christian Ritter, wird Grenzen erfahrbar machen.
Und ganz wichtig im Programm: Diese Woche bietet den Seminarteilnehmern die Gelegenheit, sich über ihre Erfahrungen, Pläne und Träume auszutauschen. Gespräche und gemeinsame Feiern gehören zu einer Begegnung, aus der Freundschaften erwachsen werden.
FRANKENPOST 06.07.2011