Die Schüler des P-Seminars diskutieren die Modelle für das "Grüne Klassenzimmer". Auf dem Bild sind außerdem Lehrer Fred Bucka (rechts), Kreis-Gartenfachberater Christian Kreipe (Dritter von rechts), Architekt Ralf Böttig (Vierter von rechts) und Maurer- und Zimmerermeister August Steinhauser (Vierter von links). Foto: Bäumler
Mit einem großen Projekt wollen 14 Schüler eines P-Seminars am OHG etwas Bleibendes schaffen. Für ihr Bauwerk benötigen sie noch gut 5000 Euro.
Gymnasiasten wird häufig nachgesagt, sie seien zwar theoretisch hoch gebildet, aber wenn es um das Praktische gehe, dann hapere es. Dass dem beileibe nicht so ist, wollen die Schüler eines P-Seminars ("P" bedeutet Praxis) am Otto-Hahn-Gymnasium in den kommenden Monaten beweisen: Sie bauen ein "Grünes Klassenzimmer". Dabei handelt es sich um einen überdachten und etwa 60 Quadratmeter großen Platz mit Holzboden beim Schulgarten, auf dem künftig Klassen im Sommer der Hitze des Schulhauses entfliehen können.
Die Idee dazu hatte Kunstlehrer Fred Buchka. "Seit ich 1981 an die Schule kam, war es ein Traum von mir, einmal mit meinen Schülern etwas Größeres aus Holz zu bauen." Nun scheint es so, als würde der Traum Wirklichkeit.
Bis es soweit ist, müssen die 14 Schüler, darunter vier Mädchen, und Buchka noch einige Hürden überwinden. "Deshalb haben wir einige Profis mit ins Boot geholt." Dies sind Architekt Ralf Böttig, Maria-Magdalena Stöckert vom Bauamt der Stadt Marktredwitz sowie Maurer- und Zimmerermeister August Steinhauser. Alle drei haben sich sofort bereit erklärt, unentgeltlich am Bau des "Grünen Klassenzimmers" mitzuwirken. "Es gehört zum Prinzip eines P-Seminars, sich für ein Projekt auch Ressourcen von außerhalb der Schule zu organisieren", erklärt Buchka.
Bevor die Jugendlichen zu Säge und Hammer greifen können, müssen sie noch die Finanzierung klären und einen Bauantrag bei der Stadt Marktredwitz einreichen. Hierbei hat auch Kreis-Gartenfachberater Christian Kreipe ein Wort mitzusprechen. Als studierter Landschaftsarchitekt ist er für die Außenanlagen der weiterführenden Schulen zuständig. Mit der von den Schülern ersonnenen Holzkonstruktion ist er einverstanden. Die Art der Dacheindeckung diskutieren die Schüler noch. Möglich sind ein Zinkblech, ein begrüntes Dach oder eine textile Lösung, ähnlich der auf der Luisenburg.
Maria-Magdalena Stöckert hat den Schülern vor einigen Wochen erklärt, was bei einem Bauantrag zu beachten ist und ihnen einige Finessen des Baurechts erläutert. "Deshalb bin ich zuversichtlich, dass die von uns gewählte Bauvariante offiziell genehmigt wird", sagt Fred Buchka. Mit der sich nach vorne öffnenden Dachkonstruktion sollte das "Grüne Klassenzimmer" auch gehobenen architektonischen Ansprüchen genügen.
Architektur kann noch so wohlproportioniert sein: wenn sie nicht finanzierbar ist, wird sie nie verwirklicht werden. Vor diesem Problem stehen derzeit auch die Schüler. Sie kalkulierten den Materialbedarf auf mindestens 5000 Euro. Damit die Kosten nicht aus dem Ruder laufen, wollen sie die Arbeitsleistung weitgehend selbst erbringen. "Noch haben wir zu wenige Sponsoren für das Grüne Klassenzimmer. Immerhin sicherten einige Unternehmer zu, dass sie einen Teil des Materials stellen wollen. Andere bieten an, ein, zwei Lehrlinge zum Bau abzustellen." Nun wollen die P-Seminaristen auch die Bevölkerung um finanzielle Hilfe bitten. "Immerhin werden vom ,Grünen Klassenzimmer' auch folgende Schülergenerationen profitieren", sagt einer der "Jungarchitekten".
Auch wenn sich der Bau noch einige Monate verzögern wird, haben die Schüler bisher eine Menge gelernt. Ralf Böttig und August Steinhauser gaben Einblicke in Statik und Konstruktionslehre, Christian Kreipe beleuchtete Fragen der Landschaftsplanung. "Nun wäre es natürlich äußerst betrüblich, wenn die Pläne ausschließlich in schönen Modellen ausgeführt werden müssten." Matthias Bäumler
FRANKENPOST 23.03.2011
So soll das "Grüne Klassenzimmer" einst aussehen.
Spendenkonto
Wer das "Grüne Klassenzimmer" unterstützen will, kann dafür spenden. Beträge ab zehn Euro sollten auf folgendes Spendenkonto mit dem Vermerk "Grünes Klassenzimmer" überwiesen werden: Otto-Hahn-Gymnasium, Kontonummer 810015792, Bankleitzahl 78050000. Kleinere Beträge können in die im Sekretariat aufgestellte Spendenbox geworfen werden.