Verbesserung der Integration

Sie kommen aus Kasachstan, Polen, Russland, Brasilien, Ungarn, Rumänien, aus der Türkei, aus dem Irak und sogar von den Philippinen. Und nicht wenige von ihnen bekommen zu hören: „Euch Ausländern fehlt der Wille zur Integration.“
Dieses Vorurteil zu widerlegen war die Zielsetzung einer gemeinsamen Aktion der Volkshochschule Marktredwitz mit dem Otto-Hahn-Gymnasium. Zusammen mit Teilnehmern eines Integrationskurses war dessen Leiterin Nella Michailovskaja zu Gast am Gymnasium. Der stellvertretende Schulleiter Norbert Leeb informierte über das bayerische Bildungs- und Schulsystem und stellte das vielfältige Unterstützungsangebot für Kinder mit Migrationshintergrund vor. Dieses reicht von gezielter Sprachförderung über die Nachmittagsbetreuung im Rahmen der offenen Ganztagsschule bis hin zur individuellen Förderung in Fächern mit schwachen Leistungen.
Zielgruppe des Integrationskurses sind Mütter und Väter von Kindern mit Migrationshintergrund sowie ausländische Eltern, die ein besonderes Interesse an Erziehung, Bildung, Ausbildung und Berufswahl ihrer Kinder haben. Ein weiterer inhaltlicher Schwerpunkt ist die Vermittlung der deutschen Sprache. Am Ende des Sprachkurses, der sich über 900 Unterrichtseinheiten erstreckt, steht der mögliche Erwerb eines international anerkannten Deutsch-Zertifikats. Ergänzt wird der Sprachkurs durch einen Orientierungskurs zu den Themenbereichen Politik und Demokratie, Überblick über die jüngere deutsche Geschichte, Gesellschaft und Alltagskultur in Deutschland, grundlegende Werte der deutschen Gesellschaft wie z.B. Religionsfreiheit, Toleranz und Gleichberechtigung. Beide Kurse zielen darauf ab, den ausländischen Mitbürgern das grundlegende Wissen zu vermitteln, sich im Alltag zurechtzufinden. Besuche in Kindergärten oder eben in Schulen, in die ihre Kinder gehen, sollen den Eltern frühzeitig die Möglichkeit bieten, in Kontakt mit diesen Einrichtungen zu kommen und so Hemmschwellen abzubauen.
Das Otto-Hahn-Gymnasium und die Volkshochschule wollen im Bemühen um die Integration von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen mit Migrationshintergrund auch weiterhin eng zusammenarbeiten. „Bildung und Sprachförderung sind die Schlüssel für die Integration. Wir fühlen uns dazu verpflichtet, Jugendlichen mit Migrationshintergrund entsprechende Ausbildungschancen zu bieten“, betonte Studiendirektor Norbert Leeb im Hinblick auf kommende gemeinsame Aktivitäten.
FRANKENPOST 06.01.2011

 

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