Aufbau statt Umbau im Gymnasium: Auf dem Dach hinter Gertraud Nickl entstehen in einer weiteren Etage fünf Klassenräume. Foto: Miedl
Ein Stockwerk mehr bekommt der Langbau des Otto-Hahn-Gymnasiums in Marktredwitz. Hier entstehen ein Musiksaal und Übungszellen.
Mehr kriegen, weniger ausgeben: So lässt sich umschreiben, wieder Landkreis Wunsiedel bei der Sanierung des Otto-Hahn-Gymnasiums verfahren möchte: Geplant ist, das marode Dach des Langbaus eins nicht zu reparieren, sondern es stattdessen komplett abzubrechen. Dann soll das bestehende Gebäude um ein weiteres Stockwerk mit Musikzimmer und Übungszellen für den Instrumentalunterricht ergänzt werden. Diese Variante hätte den Vorteil, dass der Landkreis Fördergelder beantragen könnte. Auf Nachfrage des SPD-Sprechers Heinz Martini
Rechneten Landrat Dr. Karl Döhler und Gerhard Reger von der Bauverwaltung in der Schulausschuss-Sitzung folgendes vor: Die Reparatur des Dachs allein würde rund 400000
Euro kosten; die Übungszellen, die ohnehin gebraucht würden, rund 230000 Euro. Dies mache 630000 Euro. Die gesamte Aufstockung sei mit rund einer Million Euro veranschlagt. Bei einer Förderung von 50 Prozent blieben 500000 Euro Eigenanteil des Landkreises für die Aufstockung übrig und damit weniger als für die Reparatur und den Umbau. Zugleich habe
man aber mehr Raum gewonnen, argumentierte der Landrat.
Die Aufstockung ist in einer vorgefertigten leichten Holzbauweise geplant. Der Rohbau samt Dachhaut soll bis zum Winter 2011stehen, der Ausbau nächstes Jahr fertig werden. Da das Gebäude ohnehin eingerüstet wird, sind auch energetische Verbesserungen vorgesehen. Durch die Erweiterung um ein Geschoss vergrößert sich die Nutzfläche um 372 Quadratmeter. Dadurch stehen im Gymnasium maximal fünf zusätzliche Klassenräume zur Verfügung.
„Ich wäre sehr zufrieden, wenn es so käme, wie nun im Kreistag vorgestellt“, sagt Schulleiterin Gertraud Nickl. Sie legt vor allem Wert auf mehr Platz im Gymnasium, das der
zeit 1038 Schüler besuchen: Ohne die Erweiterung wären drei von neun Klassenzimmern im Erdgeschoss der Aula verloren gegangen, weil sie für den neuen musischen Zweig zu
Übungszellen und einem neuen Musiksaal umfunktioniert worden wären. Ein weiterer Vorteil sei, dass sich die neuen Übungszellen im Zuge der Baumaßnahme besser und kostengünstiger schallisolieren ließen als bei einem Umbau. Brigitte Gschwendtner
FRANKENPOST 12.04.2011