Michaela Burger (rechts) begrüßt mit Gabriele Gabriel die sieben ruandischen Dorfeinwohner und Pater Hermann Schulz. Jene sind gekommen, um sich bei den Schülern des OHG für die Spenden zu bedanken. Foto: Herdt
Pater Hermann Schulz und Dorfeinwohner aus Ruanda bedanken sich persönlich für die Spenden der Schüler des OHG. Die Gymnasiasten lernen dabei auch das afrikanische Land und dessen Kultur kennen.
Bei vielen Spenden weiß man nicht genau, wo das Geld ankommt und wofür es verwendet wird. Anders erging es den Schülern des Otto-Hahn-Gymnasiums Marktredwitz. Schüler der sechsten, neunten und zehnten Klasse haben Geld, das sie beim Schulfest eingenommen hatten, an ein Jugenddorf in Ruanda weitergeleitet. Sieben Ruander kamen zusammen mit Pater Hermann Schulz in die Turnhalle des OHG, um sich für die Spenden zu bedanken. Dabei zeigten sie ihren Dank auf ganz besondere Weise. Mit ruandischen Tänzen begeisterten sie die Schüler und animierten zum Mitklatschen.
Pater Hermann Schulz, der seit 1978 in Ruanda lebt und das Jugenddorf mit aufgebaut hatte, begleitete seine Schützlinge nach Deutschland. Seine Erzählungen über das afrikanischen Land und das Leben dort lassen die Schüler in eine fremde und zugleich spannende Kultur eintauchen. Der Pater berichtet über das ärmliche Leben in dem ruandischen Dorf. Die Bewohner schlafen auf Stroh. Strom oder fließend Wasser gibt es dort nicht. Die Frauen müssen jeden Morgen viele Kilometer zur Wasserstelle laufen, um dann die schweren 20-Liter-Kanister in das Dorf zu bringen. Ein Wassertanz, den die Gäste für die Schüler aufführen, untermalt die Schilderungen des Paters. Beim Samentanz streuen die Tänzer und Tänzerinnen Samen, die die Gymnasiasten mit nach Hause nehmen und einpflanzen dürfen. Der abschließende Löwentanz wird auch in Ruanda beim Abschluss jeder Feierlichkeit aufgeführt.
Pater Schulz schildert auch den Völkermord in Ruanda, bei dem die Menschen unglaubliches Leid erfahren mussten. Nach dem Genozid baute Pater Schulz das Jugenddorf mit den Einwohnern neu auf. Die Spende der Schüler wird für die Oberschule des Dorfes verwendet. Viele Jugendliche können sich den Schulbesuch nicht leisten. Die Spenden ermöglichen ein Mindestmaß an Bildung.
Die Gymnasiasten erfahren, wie Menschen in unterentwickelten Regionen leben und dass ein Lebensstandard wie in Deutschland nicht selbstverständlich ist. Die Schüler bedankten sich im Gegenzug auch bei den Ruandern, die die lange Reise auf sich genommen hatten. Schülerinnen der neunten Klasse führten einen Tanz vor den Gästen auf.
Das Spendengeld hatten die Schüler des OHG beim Schulfests eingenommen. Mit selbst gebastelten Armbändern, Torwandschießen und afrikanischen Postkarten sammelten sie Geld für das Spendenprojekt. Lehramtsassessorin Michaela Burger organisierte den Besuch und half dabei, das Projekt den Schülern nahezubringen. Gabriele Gabriel, Gemeindereferentin aus Wunsiedel, unterstützt mit ihrer Tätigkeit das Projekt schon über lange Jahre. Juliane Herdt
FRANKENPOST 01.04.2011