Die Schüler blickten ins alte Rom. Alle Gewänder, auch das Kettenhemd, sind Marke Eigenbau. Mit im Bild Referendar Christian Pogats.
Mit Schwung durch die Aula: Auch türkische Tänze gab es beim Schulfest zu sehen. Fotos: Rasp
Schulleiterin Gertraud Nickl (Mitte) und der stellvertretende Landrat Horst Weidner (links) fanden Gefallen an indischen Musikinstrumenten.
Das Gymnasium bietet beim Schulfest ein großes Programm mit internationalem Flair. Ein Teil des Erlöses dient Kindern in Indien.
Das Schuljahr ist nahezu vorbei, und die ersehnten Ferien stehen vor der Tür. Das ist auch immer die Zeit, zu der das Otto-Hahn-Gymnasium zum Schulfest einlädt. Am Wochenende war es wieder soweit. Petrus schickte sonniges Wetter, sodass im Freien genauso wie in den Räumen gefeiert werden konnte. Im Außenbereich war eingetischt und für Speisen und Getränke bestens gesorgt.
In das Schulfest integriert war ein Projekttag unter dem Motto "Indien". Mit einem Teil der Einnahmen des Schulfestes wird der Bau von zwei Hostels für je 100 Mädchen und Jungen in einem Ort nahe der chinesischen Grenze unterstützt.
Das Programm des Schulfestes, das in einer großen Gemeinschaftsleistung von Lehrern und Schülern auf die Beine gestellt wurde, gab den Besuchern einen tiefen Einblick in das Leben der Schulgemeinschaft.
Und das ist bunt: Das zeigten nicht nur die ebenso fröhlichen wie auch schwungvollen Auftritte einer türkischen Tanzgruppe, sondern auch indische Musik. Die wurde komplettiert mit einem Tanzkurs "Bollywood", der ebenfalls auf großes Interesse stieß. Abgerundet wurde das internationale Angebot mit einem englischen Theater. Weitere Ausstellungen und Projekte informierten über eine Zeitreise ins alte Rom, über die "Deutsch-deutsche" Geschichte, über Sardinien, über die Themen "Ehrenbürger" und "Neapel". Außerdem hatten die Schüler und Lehrer zahlreiche Angebote vorbereitet. Kinderschminken, indische Teestunde, Indien-Quiz, Bobbycar-Rennen, Dosenwerfen, Gewürze-Quiz, Torwand schießen oder "Memory" - hier kam jeder auf seine Kosten.
Mit von der Partie war auch der Förderverein des Gymnasiums, der eine Tombola organisiert hatte, bei der es tolle Preise zu gewinnen gab.
Es kann übrigens gut sein, dass das OHG in einigen Jahren eine eigene Streuobstwiese hat: Der Anfang ist gemacht, wurde doch heuer am Schulfest erstmals ein Apfelbaum auf dem Schulgelände gepflanzt. Das soll künftig Tradition werden.
Zu Beginn der Festes hatte Oberstudiendirektorin Gertraud Nickl in der Schulaula einen großen Kreis von Gästen begrüßt. Man habe das wohl anstrengendste Jahr der letzten Jahrzehnte zwar nicht unbeschadet, aber dennoch überstanden, stellte sie fest. Die Schüler hätten viel gelernt und gearbeitet, das sei ein Grund mehr, miteinander zu feiern. Ihr besonderer Gruß galt den Mitgliedern des Elternbeirates und des Fördervereins, die am Gelingen der Veranstaltung großen Anteil hatten. Weiter hieß sie Vertreter von Politik und Wirtschaft sowie die Leiter von benachbarten Schulen willkommen.
Stellvertretender Landrat Horst Weidner zeigte sich beeindruckt von der Vielfalt des Programms und lobte das Engagement der Kinder, das sich beim Indienprojekt zeige. Er nutzte die Gelegenheit und bezog Stellung zum am Samstag veröffentlichten Artikel über die "Baustelle Gymnasium" in der Frankenpost. Der Artikel lasse ja fast vermuten, "dass hier im OHG in Löchern unterrichtet werden muss", sagte er. So sei es ja wohl nicht. Der Landkreis habe sich bemüht und bemühe sich um Abhilfe der baulichen Probleme. Außerdem entscheide über die Bereitstellung von Fördermitteln letztendlich nicht der Landkreis, sondern die Regierung von Oberfranken.
Das Indien-Projekt
Seit einigen Jahren unterhält das Otto-Hahn-Gymnasium Marktredwitz Beziehungen zu Dr. John Thomas Kattrukudiyil, dem Bischof der Diözese Itanagar in Nordostindien. In dieser abgelegenen Region am Fuße des Himalaya baut der Bischof ein Schulsystem auf, das die Kinder an die indischen Schulabschlüsse heranführt. Mit einem Teil der Erlöse des Schulfestes wird der Neubau von zwei Hostels für jeweils 100 Mädchen und Jungen unterstützt. Günter Rasp
FRANKENPOST 26.07.2011