Gastschülerin Bohuslava Hopcáková und Dr. Birgit Seelbinder griffen der Schülern bei der Sprachanimation als Joker unter die Arme.
Welcher Herrscher hatte kein eigenes Bad im Böhmischen Bäderdreieck, und warum gibt es in Marienbad eigentlich eine russisch-orthodoxe Kirche? Um diese und andere Fragen ging es bei einer Sprach-Animation in der zehnten Klasse des Otto-Hahn-Gymnasiums (OHG) in Marktredwitz. Jedes Jahr unterstützen die Euregio Egrensis, die Bayerische Staatskanzlei und der Deutsch-Tschechische Zukunftsfonds Projekte, die zur interkulturellen Verständigung beitragen und deutsche Schüler zu Besuchen im östlichen Nachbarland anregen sollen. Als Botschafter ihres Landes besuchen sie dann in der Regel 14 Tage Tschechien. Dafür sollen Projekte wie die Sprach-Animation die Schüler spielerisch an die tschechische Sprache heranführen.
Auch werden tschechische Gastschüler im Rahmen des bayerisch-tschechischen Gastschuljahrs unterstützt, wenn diese ein Schuljahr an einem deutschen Gymnasium verbringen wollen. Bohuslava Hopcáková aus Rokycany ist eine von ihnen und besucht derzeit die zehnte Klasse am OHG.
Interessenten für ein Gastschuljahr in einer der teilnehmenden Schulen gäbe es genügend, meint Oberbürgermeisterin Dr. Birgit Seelbinder, "doch leider sind die Gastfamilien oftmals der begrenzende Faktor". Für Bohuslava stellt das aber kein Problem dar: "Die Gastfamilie hat mich wie eine Tochter aufgenommen, und ich glaube, am Ende will ich gar nicht mehr nach Hause."
Für die junge Tschechin ist dieses Jahr eine ganz besondere Erfahrung, schließlich ist das bayerische Schulsystem ganz anders angelegt als das tschechische. Probleme, dem Unterricht zu folgen, hat sie aber nicht, doch war sie überrascht, dass in Deutschland so wenige Tests geschrieben werden.
Seit 15 Jahren nun schon fördert die bayerische Staatskanzlei das Projekt. Schon fast 450 Schüler aus Tschechien haben seit 1996 ein Schuljahr an einem bayerischen Gymnasium absolviert. Und so war auch Bohuslava zusammen mit Birgit Seelbinder ein beliebter Joker bei der landeskundlichen Fragen-Runde, konnten sie doch mit ihrem großen Wissen über das Egerland hervorragend zur Sprach-Animation beitragen. Christopher Michael
FRANKENPOST 11.03.2011