Mit roten Mützen schwungvoll beim „Jingle Bells“: Der Unterstufenchor mit Werner Stehbach (rechts). Foto: Geiger
Chöre, Solisten und Ensembles präsentieren ihr Können. Ein großes Publikum genießt das Weihnachtskonzert im OHG.
„An diesem Punkt sagen wir jedes Jahr: Wir haben es mal wieder geschafft, jetzt kann Weihnachten kommen“, sagte Schulleiterin Gertraud Nickl, die in der Aula des Otto-Hahn-Gymnasiums ein großes Publikum, darunter auch Oberbürgermeisterin Dr. Birgit Seelbinder, zum Weihnachtskonzert begrüßte. Diese gute Tradition sei bestens geeignet, alle vorweihnachtliche Hektik hinter sich zu lassen und zu erkennen, was wirklich wichtig sei.
Ätherische Klänge, Kerzenlicht in der ansonsten dunklen Aula, ein uralter Hymnus: "Alta trinita beata" intonierten über zweihundert Sänger und Instrumentalisten während ihres Einzugs. Sie bildeten schließlich ein mächtiges Ensemble, das unter der Leitung von Werner Stehbach gleich ein beeindruckendes "Tochter Zion" nachlegte. Den Anfang machte frisch und engagiert der Unterstufenchor, der mit seinen beiden Stücken "A maiden most gently" und "Jingle Bells" - dabei trugen alle rote Weihnachtsmützen - bereits begeisterte Beifallsrufe aus dem Publikum erntete. Für diesen Chor, wie auch für das daraus rekrutierte Solo-Ensemble und die Chorklassen, hatte Werner Stehbach passgenau arrangiert und ließ die eifrigen Sängerinnen und Sänger der Unterstufe sich mit einem temperamentvollen "Fröhliche Weihnacht überall" fürs Erste verabschieden.
Die Schüler der Mittel- und Oberstufe finden sich im Kammerchor unter der Leitung von Andreas Krauß zusammen. Als Solistin hatten sie an diesem Abend Gesangslehrerin Ursula Steppert in ihrer Mitte, die mit glasklarem Sopran die erste Strophe des alten Weihnachtslieds "Maria durch ein Dornwald ging" übernahm, bevor der Chor mehrstimmig einsetzte. Nach dem gefühlvollen "Moon River" im Dreivierteltakt gab der Kammerchor weiter an das mit erfreulich zahlreichem Nachwuchs aufwartende Orchester unter der Leitung von Instrumentallehrerin Eike Stanek, die zwei Stücke aus dem 17. Jahrhundert für ihre Schüler bearbeitet und dazu noch das Allegro aus Henri Purcells "The golden Sonata" mit ihnen einstudiert hatte.
Eine reife Leistung zeigte Solist Michael Schneider am Sopran-Saxofon: Souverän meisterte er, begleitet vom Grundkurs Orchester, das lyrische Andante aus der "Sinfonia in Bb" von Johann Christian Bach. Als Dirigent und Arrangeur fungierte hier Erwin Jahreis, Leiter der Städtischen Musikschule, der für den musischen Zweig des Gymnasiums als Instrumentallehrer zur Verfügung steht.
Tritt die Big Band unter der Regie von Musiklehrer Andreas Krauß auf den Plan, weiß der langjährige Besucher: Hier ist auf jeden Fall auch mit ein wenig Slapstick zu rechnen. Beim "Christmas Contest" wurden diese Erwartungen wieder zur Genüge erfüllt, indem sich die Solisten in gespielt wachsender Erbitterung mit ihrem Weihnachtslied-Favoriten durchzusetzen versuchen: Da kämpften "Hark! The Herald Angels", "Last Christmas", The First Noel" und "O Tannenbaum" um die Vorherrschaft. Ehe das Ganze jedoch in Tätlichkeiten ausarten konnte, besannen sich die Protagonisten publikumswirksam auf das "Fest des Friedens" und tauschten ehrenhaft die Weihnachts-Kopfbedeckungen aus.
Ein Hochgenuss war auch diesmal wieder der A-cappella-Beitrag des "Grundkurses Chor & Friends". Für fünfstimmigen gemischten Chor hatte Werner Stehbach drei weihnachtlich-festliche Stücke, darunter "Stille Nacht", bearbeitet.
Mit den Solisten des Kammerchors, Elisabeth Baron, Nina Beck, Benedikt Frey, Markus Fütterer, Antonia Plobner, Amelie und Johanna Troesch sowie Laura Weiß, die professionell, mit ausgeklügelter Choreographie "Christmas in New York" und "Feliz Navidad" zum Besten gaben, ging es bereits in Richtung Finale. Das Publikum durfte bei "O du fröhliche" und der Zugabe "O come, all ye faithful" mit einstimmen, was es auch begeistert tat, und dann war ein wie immer wunderbares Konzert viel zu früh zu Ende. Bei Kerzenlicht und mit dem Hymnus vom Anfang zogen die jungen Musikerinnen und Musiker wieder aus der Aula. Uschi Geiger
FRANKENPOST 27.12.2010