Die Projektgruppe des OHG hofft, dass sich Organspender und Organempfänger zur Mitarbeit melden. Im Bild (vorne, von links) Anna-Lena Häcker, Kathrin Wegmann, Tanja Maier und Janine Thoma, (stehend, von links) Studiendirektor Norbert Leeb, Raphael Heldmann, Laura Gerwens, Nina Goeritz und Timo Kellner. Foto: Zintl
Acht Gymnasiasten erarbeiten im Fach Katholische Religion das Thema "Was ist der Mensch". Im Januar ist eine öffentliche Veranstaltung im Klinikum Fichtelgebirge geplant.
Mit tief schürfenden Fragen beschäftigen sich seit Anfang September acht Schülerinnen und Schüler des Otto-Hahn-Gymnasiums. Unter der Leitung von Studiendirektor Norbert Leeb haben sie mit dem Projekt-Seminar "Was ist der Mensch" begonnen. Was steckt dahinter? Ausgangslage ist der Artikel 1 des Grundgesetzes: Die Würde des Menschen ist unantastbar. "Die Berechtigung dieses Satzes steht außer Zweifel", sagt Leeb, der zusammen mit den Schülern das Projekt vorstellte. Doch wie verhält es sich mit der Würde im konkreten Fall? Folgende Fragen stellen sich die Gymnasiasten: Ist ein langes Leben in Gesundheit an den sozialen Status gebunden? Endet die medizinische Behandlung eines Patienten dort, wo sein Versicherungsbudget erschöpft ist? Gibt es ein lebensunwertes Leben? Wer trifft wann welche Entscheidung über das Leben? Wer soll das bezahlen?
Das Seminar thematisiert das Spannungsfeld des menschlichen Lebens zwischen Selbstbestimmung, Fremdbestimmung und Verfügbarkeit. Die Schülerinnen und Schüler für dieses Spannungsfeld zu sensibilisieren, ist laut Leeb das Anliegen des Seminars. Möglichkeiten für die berufliche Orientierung bieten die eingebundenen Fachgebiete Medizin, Jura, Naturwissenschaft, Theologie, Betriebswirtschaft und Sozialwissenschaft.
Die Teilnehmer des Seminars werden wöchentlich eine Doppelstunde darauf verwenden, um vor allem die Sozialkompetenz zu stärken. Die Recherchearbeiten geschehen in Einzel- und Gruppenarbeit und werden im Plenum präsentiert. Zurzeit sind die Schüler in der Kontaktphase, um externe Partner für die Seminararbeit mit ins Boot zu nehmen. Geplant ist eine Kooperation mit dem Klinikum Fichtelgebirge, der Hospizbewegung Oberfranken, der AOK, Versicherungsträgern, Ärzten, Juristen und Priestern. Die gesamte Projektarbeit geht über eineinhalb Jahre, wird benotet und fließt in das Abiturzeugnis ein. Leeb betont, dass es für die Projektarbeit keine vorgefertigten Unterrichtsmaterialien gibt.
Die Schüler planen am 21. Januar eine öffentliche Veranstaltung am Klinikum Fichtelgebirge in Marktredwitz. Sie suchen Organspender oder Organempfänger, die der Seminargruppe Rede und Antwort stehen und eventuell an der Veranstaltung teilnehmen. Wer bereit ist, hier mitzumachen, kann sich entweder per Telefon 09231/96240 im Otto-Hahn-Gymnasium melden oder per E-Mail anfragen unter direktorat@ohg-marktredwitz.de. Oswald Zintl
FRANKENPOST 07.10.2010