Katholische Religionslehre

Fachprofil des katholischen Religionsunterrichtes am Otto-Hahn-Gymnasium

Bei einem Spaziergang durch die Marktredwitzer Innenstadt fällt einem Hauptfassade der Theresienkirche im Markt besonders in den Blick. Geradezu symbolisch stellt sie drei Ebenen unserer Arbeit im Religionsunterricht dar:

– Beginnen wir ganz oben mit dem Kreuz: Dieses Symbol des Christentums vereinigt die vertikale und horizontale Ebene. Unsere Aufgabe im täglichen Unterrichten ist es nämlich, den Schülerinnen und Schülern jeder Alterstufe die Verbindung beider Ebenen zu erschließen. Theologische Gedankengänge – der Blick nach „oben“ – sollen sich treffen mit allgemein menschlichen Fragen – der Blick in die weite Welt . Unsere Aufgabe ist es, den jungen Menschen deutlich zu machen, dass es nicht nur Fragen des täglichen Lebens – Essen, Trinken, Schlafen, Berufswahl, Geldverdienen, Urlaub usw. – gibt, sondern dass die zentralen Fragen des Lebens wie Glück, Liebe, Tod und Auferstehung nur im Zusammenwirken mit Gott gemeistert werden können. Jede Unterrichtsstunde muss beide Aspekte berücksichtigen. Die Wahrnehmung von Fortbildungsmöglichkeiten der einzelnen Fachkollegen lässt uns auf den aktuellen Stand bleiben.

– In der zweiten Ebene steht die Papstfigur. Sie ist Symbol für die Verbundenheit in der Kirche. Die Umsetzung der ursprünglichen Bedeutung des Wortes “ katholisch“ wird hier verdeutlicht. Unser Religionsunterricht ist darauf angelegt, die Verbindungen zu den Ortskirchen (Pfarrgemeinden), zu der Diözese von Regensburg und zur Weltkirche in Rom zu festigen und zu fördern. Die Theresienkirche ist die Mutterkirche vieler Ortskirchen in der Umgebung (auch vieler Ortskirchen im Einzugsbereich unseres Gymnasiums). Deshalb soll auch in unserem Unterricht die kirchlich – geschichtliche Entwicklung lebendig erhalten bleiben. Seit vielen Jahren pflegen wir eine Veranstaltungsreihe mit dem Titel “ Begegnung mit der Weltkirche“. Bischöfe und  aktive Christen aus den Entwicklungsländern, Bischöfe und Professoren aus den bayerischen Diözesen werden eingeladen, um uns aus ihrer Sicht, Problemstellungen, zentrale theologische Fragen oder Akutfragen näher zu bringen. Vielfach geschieht dies auch in ökumenischer Zusammenarbeit.

– Auf der untersten Ebene der Hauptfassade sehen wir die Eingangstür ins Innere der Theresienkirche. Es ist die Ebene, Gelerntes, Erfahrenes in den praktischen Vollzug umzusetzen. Hier geschieht im Gottesdienst, im persönlichen Besuch eines sakralen Raumes oder im gemeinsamen oder persönlichen Gebet, dass die oberste Ebene sich im täglichen Leben vollzieht und das Ganze nichts Weltfremdes ist. Die Anleitung der anvertrauten Schülerinnen und Schüler zur tätigen Nächstenliebe hat hier ihren Ursprung. Die Gottesdienste, die wir feiern – am Schuljahrsanfang und -ende, vor den Weihnachtsferien, zum Abschluss des Abiturs – sollen nicht irgendwelche Traditionen sein, sondern Ausdruck des Gottesbeziehung, wie sie vielleicht theoretisch in der obersten Ebene vermittelt wurde. Wenn zahlreiche Schülerinnen und Schüler sich in der Adventszeit vor Unterrichtsbeginn zur kurzen Meditation versammeln, dann merken viele, dass der Tag mit Gott anfängt. Wenn die erste Unterrichtsstunde mit einem Gebet beginnt, dann merken viele vielleicht, dass Lebens – und Tagesgestaltung in die eigenen Hände genommen werden sollten.